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Gefunden wurden mumifizierte Tiere, Skelette, frisch verstorbene und (noch) lebende Tiere.

„Das ist wirklich kaum möglich“

Heftiger Fall von „Animal Hoarding“: Hinter den dreckverkrusteten Fenstern lauerte das Grauen

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Als die Helfer zu einer Wohnungsräumung in Niederbayern anrückten, hatten sie noch keine Ahnung, welches Grauen auf sie wartete. Dabei waren sogar Fälle, die sie als erfahrene Tierschützer nicht für möglich gehalten hätten.

München - Traurige Bilanz einer Beschlagnahmung bei privatem Halter in Niederbayern: Wie die Reptilienauffangstation berichtet konnten Ende Mai 25 lebende Reptilien, eine Vogelspinne und etliche Papageienvögel gerettet werden. Für 32 Reptilien, zahlreiche Vögel sowie je drei Frösche und Vogelspinnen kam jede Hilfe zu spät. 

Unter den geretteten Tieren befinden sich unter anderem Geckos, Königs- und Strumpfbandnattern und südliche Madagaskarboas, die nun in der Reptilienauffangstation in München gepflegt werden. Der Einsatz dauerte fast fünf Stunden und verlangte laut Helfern viel von den anwesenden Ärztinnen, wie Sabine Öfner und Tina Hollandt.

In dem einzelstehenden Nebengebäude stand eine Räumung an. Durch die verdeckten Fenster war jedoch nicht zu erkennen, was sich im Inneren verbarg. Das ganze Grauen brachte erst der vergangene Donnerstag ans Tageslicht. In dem großen, mit Vogelkot und Schmutz verunreinigten Raum befanden sich ca. 80 Terrarien und Vogelkäfige in verschiedensten Stadien des Verfalls. Teils fehlende Scheiben, kaum Wärmelampen und Heizungen für die Reptilien, schadhafte, ungesicherte Elektrik und dann der Gestank.

Video: Krankheit Animal Hoarding

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Mumien, Skelette, unkenntliche Fragmente

Vögel flogen durch den Raum und eine Schönnatter kroch durch den zentimeterhohen Dreck am Boden. Auf den ersten Blick war klar, dass die Rettung der Tiere schwierig werden würde. Der zweite und dritte Blick offenbarten dann das ganze grausige Ausmaß: In sowie vor und zwischen den Terrarien fanden sich Tierleichen – Mumien, Skelette, unkenntliche Fragmente – neben noch lebenden Tieren. Wie die Helfer vermuten, hat der Halter die toten Tiere einfach durch neue ersetzt, ohne die Leichen zu entfernen. Die Vögel hatten sichtbare Augen- und Atemwegsprobleme und klebten zum Teil mit blut- und schmutzverkrusteten Krallen an den Sitzstangen fest. Ihre toten Artgenossen lagen verwesend am Käfigboden. Doch sie hatten Wasser und Futter. 

Nicht so die Spinnen und Reptilien. Denn die toten Spinnen waren laut den Experten von der Reptilienauffangstation vertrocknet. „Dass eine Spinne vertrocknet, die ja in der Wüste und dort mit Wassermangel lebt, ist wirklich kaum möglich. Die müssen seit Monaten kein Wasser mehr gesehen haben“, so Tina Hollandt. „Die einzige überlebende Vogelspinne hat ihren ersten Tag in der Reptilienauffangstation dann gleich freiwillig im Wasserbad verbracht – für sie war es sicher Rettung in allerletzter Minute.“ Die restlichen Tiere sind in meist schlechtem Zustand, dehydriert, unter- und mangelernährt, von Parasiten befallen. Von den Strumpfbandnattern sind drei Jungtiere in der Station verstorben.

Für dieses menschliche Verhalten gibt es eine - mittlerweile anerkannten - Bezeichnung: Das sogenannte Animal Hoarding. Die Zuständigen von der Reptilienauffangstation hoffen nun, dass gegen den Halter Strafanzeige erstattet wird.

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