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Die Anklage im Entführungsfall Ursula Herrmann ist zugelassen worden.

Anklage im Entführungsfall Ursula Herrmann zugelassen

Augsburg - Das Hauptverfahren gegen den mutmaßlichen Entführer der kleinen Ursula Herrmann kann eröffnet werden.

Das Landgericht Augsburg habe die Anklage gegen den 58-Jährigen wegen erpresserischen Menschenraubes mit Todesfolge zugelassen, bestätigte die Staatsanwaltschaft am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur dpa. Der Beschuldigte soll 1981 die damals zehnjährige Ursula bei Eching am Ammersee entführt, in einer Kiste eingesperrt und diese im Wald vergraben haben. Das Mädchen war kurz danach qualvoll erstickt, weil die Belüftungsanlage der Kiste nicht funktionierte. Die Ehefrau des Beschuldigten muss sich wegen Beihilfe zur räuberischen Erpressung verantworten.

Das Verfahren werde voraussichtlich Mitte Februar 2009 beginnen, sagte der Anwalt des Angeklagten. Nach wie vor beteuere sein Mandant, nichts mit der Entführung zu tun zu haben und unschuldig zu sein. Er war Ende Mai in Schleswig-Holstein verhaftet worden. Zur Tatzeit hatte er in unmittelbarer Nähe des Tatorts in Eching am Ammersee gewohnt. Nach der Tat war er vorübergehend ins Visier der Ermittler geraten und festgenommen worden. Die Beweise reichten damals aber nicht aus, um den Verdächtigen anzuklagen.

Als neues Indiz für die Täterschaft des Angeklagten hatte die Staatsanwaltschaft Augsburg nach der Festnahme im Mai ein Tonband vorgelegt, das bei den Erpresseranrufen 1981 eingesetzt worden sein soll. Spezialisten des Bayerischen Landeskriminalamtes wollen an dem Gerät Spuren gefunden haben, die eindeutig zu den Mitschnitten der Erpresseranrufe aus dem Jahr 1981 passen sollen. Der Angeklagte hatte dagegen erklärt, er habe das Tonband 2007 auf einen Flohmarkt in Schleswig-Holstein erworben. Nachforschungen der Staatsanwaltschaft ergaben dafür aber keinerlei Anhaltspunkte.

dpa

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