Verhandlung in Nürnberg

Hohe Haftstrafe gefordert: 790 Kilogramm Haschisch geschmuggelt

Nürnberg-Fürth - Vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth steht eine Bande aus Drogenschmugglern. Sie überlegten sich einen ganz besonderen Trick, um nicht aufzufallen. Die geforderte Strafe ist hoch.

Mit einem Trick soll eine Bande jahrelang Drogen geschmuggelt haben: Das Rauschgift wurde luftdicht in rotem Spezialwachs eingeschlossen, damit Spürhunde es nicht erschnüffeln konnten. Ein mutmaßlicher Drogenkurier soll dafür nun für 14 Jahre und 9 Monate ins Gefängnis, wie die Staatsanwaltschaft am Freitag vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth forderte.

Der Ankläger zeigte sich überzeugt, dass der 57-Jährige aus der Oberpfalz zusammen mit einem Komplizen über viele Jahre insgesamt 790 Kilogramm Haschisch von Spanien über Deutschland nach Wien geschmuggelt hat. Dafür sollen die Männer fast 1,2 Millionen Euro kassiert haben.

Der Verteidiger forderte höchstens fünf Jahre Haft. Sein Mandant habe den Schmuggel von 23 Kilogramm Haschisch zugegeben, und das sei auch alles gewesen. Die restliche angeklagte Menge stammt aus den Angaben eines Kronzeugen, den die Verteidigung für unglaubwürdig hält.

Das Verfahren gegen den Komplizen des 57-Jährigen wurde abgetrennt und muss neu aufgerollt werden. Der Anwalt des Mannes hatte zugleich ein in Wien inhaftiertes anderes Mitglied der Drogenbande vertreten. Die Strafprozessordnung verbietet jedoch die gleichzeitige Vertretung von mehreren derselben Tat Beschuldigten.

Der Staatsanwalt geht davon aus, dass die beiden Oberpfälzer in einen internationalen Drogenring verwickelt waren. Die mutmaßlichen Kuriere aus Neumarkt sollen die Wachshüllen mit brisantem Inhalt von Januar 2005 bis Februar 2014 unentdeckt über die Grenze gebracht haben. Das Urteil soll am nächsten Dienstag gesprochen werden.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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