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Betrugsanklage gegen Chefarzt

Aschaffenburg - Gegen den Chefarzt der Frauenklink am Klinikum Aschaffenburg ist Anklage erhoben worden. Er soll Krankenkassen und Gerichte um 70000 Euro betrogen haben.

Der Chefarzt der Gynäkologie am Klinikum Aschaffenburg ist wegen Abrechnungsbetrugs angeklagt worden. Der Facharzt soll in mindestens 130 Fällen Leistungen bei Patientinnen und damit auch deren Krankenkassen geltend gemacht haben, die er gar nicht erbrachte. Den Schaden schätzt die Staatsanwaltschaft nach Angaben vom Dienstag auf bis zu 70000 Euro. Der Arzt weist alle Vorwürfe zurück.

Seit mehr als zweieinhalb Jahren wird gegen den Mediziner, der auch Chefarzt der Main-Spessart-Kliniken Karlstadt ist, ermittelt. Anfang 2008 waren etwa Krankenhäuser in Aschaffenburg, im nahen Alzenau, Karlstadt und ein Gebäude in Marktheidenfeld (beide Landkreis Main-Spessart) durchsucht und Tausende Patientenakten beschlagnahmt worden. Der Arzt soll zwischen 2003 und 2007 nicht erbrachte oder nicht notwendige Leistungen als eigene privatärztliche Leistungen abgerechnet haben.

Angeklagt sind nach Worten von Oberstaatsanwalt Walther Schmidt aber nur 55 Fälle aus den Jahren 2003 bis 2007. Bei den anderen Fällen habe es zwar Unregelmäßigkeiten gegeben, die Beweislage sei aber nicht eindeutig. In einigen Fällen sollen Oberärzte die Arbeit des Gynäkologen übernommen haben. Der Mediziner soll neben den zu Unrecht erstellten Rechnungen auch Gerichte belogen haben, für die er Gutachten erstellte. So soll der Mann etwa falsche Angaben zu seinen Auslagen gemacht haben, die er durch Fahrten ins Gericht hatte.

Der Anwalt des Angeklagten will beim Landgericht beantragen, dass ein mögliches Verfahren gegen den Arzt abgelehnt wird. Wie er im hessischen Hanau mitteilte, lässt sich etwa durch Operationsprotokolle belegen, wer wann arbeitete. Zudem habe der Mediziner mit einem Teil der Patientinnen schriftlich vereinbart, dass sie von Oberärzten behandelt werden, wenn der Chefarzt verhindert sein sollte.

lby

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