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Ein altes Bild von John Demjanjuk.

Anklage gegen Demjanjuk möglicherweise diese Woche

München - Im Fall des mutmaßlichen NS-Verbrechers John Demjanjuk wird die Staatsanwaltschaft München möglicherweise noch in dieser Woche Anklage erheben.

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Die Anklageschrift sei kurz vor der Fertigstellung, sagte Staatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch am Mittwoch. Die Behörde will vor einer Anklageerhebung eine für diese Woche angekündigte Entscheidung des Oberlandesgerichts über eine Beschwerde der Anwälte Demjanjuks gegen den Haftbefehl abwarten. Andernfalls wechsele die Zuständigkeit; der Beschwerde sei damit die Grundlage entzogen und die Verteidiger müssten nochmals einen neuen Antrag stellen.
Die Staatsanwaltschaft München wirft Demjanjuk vor, im Zweiten Weltkrieg Beihilfe zum Mord an mindestens 29.000 Juden geleistet zu haben. Der gebürtige Ukrainer, der inzwischen staatenlos ist, soll als Wachmann 1943 im Vernichtungslager Sobibor im besetzten Polen die Menschen in die Gaskammern getrieben haben.

John Demjanjuk: Die Abschiebung des NS-Verbrechers

Die Abschiebung des NS-Verbrechers Demjanjuk

Der 89-Jährige war Mitte Mai nach Deutschland gebracht worden und sitzt seither in München in der Justizvollzugsanstalt Stadelheim in Untersuchungshaft. Vergangene Woche haben ärztliche Gutachter ihn als eingeschränkt verhandlungsfähig eingestuft. Gegen ihn darf täglich nicht länger als zweimal 90 Minuten verhandelt werden.

Hauptbeweisstück der Staatsanwaltschaft ist ein SS-Dienstausweis mit der Nummer 1393. Um die Frage der Echtheit dieses Ausweises hatte es Diskussionen gegeben, er war mehrfach von Sachverständigen angesehen worden. Zuletzt hatte das Bayerische Landeskriminalamt das Papier in einem Gutachten als echt eingestuft. "Momentan besteht kein Anlass, den Dienstausweis erneut prüfen zu lassen", sagte Steinkraus-Koch.

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