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Die Betroffenen des Ansbacher Amoklaufs haben den Vorfall noch nicht verarbeitet.

Ansbacher Schulleiter: Amoklauf noch nicht verarbeitet

Ansbach - Auch einen Monat nach dem Amoklauf von Ansbach haben etliche Schüler des Gymnasiums Carolinum das schreckliche Geschehen noch immer nicht restlos verarbeitet.

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Vor allem in der am stärksten betroffenen Klasse suchten Jugendliche immer wieder den Kontakt zu Psychologen, berichtete Schulleiter Franz Stark am Freitag in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. “Es gibt immer noch Jugendliche, die uns spontan erklären, sie könnten im Moment nicht am Unterricht teilnehmen.“

Für diese Jugendlichen gebe es weiterhin Psychologen als Gesprächspartner. Das Kultusministerium habe der Schulleitung zugesichert, die zur Zeit zehn Experten stünden so lange zur Verfügung, wie sie am Carolinum benötigt würden. In der Regel suchten die Schüler der drei betroffenen Klassen Einzelgespräche. Hin und wieder finde auch ein Austausch in Gruppen statt.

Ansbach: Der Tag nach dem Amoklauf

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Vor einem Monat (17. September) war ein 18 Jahre alter Mitschüler mit Molotow-Cocktails, Messern und einem Beil bewaffnet in das Ansbacher Gymnasium Carolinum gestürmt und hatte Brandsätze in zwei Klassenzimmer geworfen. Anschließend schlug er mit der Axt auf die fliehenden Schüler ein. Zwei 15 Jahre alte Mädchen wurden bei der Attacke schwer verletzt, ein Lehrer und sieben weitere Schüler erlitten leichte Verletzungen. Polizisten stoppten den 18-Jährigen mit drei Schüssen. Er sitzt inzwischen in Untersuchungshaft.

Nach Starks Angaben will die Klasse des Amokläufers eine Klassenfahrt nach Rom im November dazu nutzen, “in Ruhe und fern von Ansbach“ über das Geschehene zu reden. Dabei sollen auch die Gruppenprozesse in der Klasse K 13 in den Wochen und Monaten vor dem Amoklauf beleuchtet werden. “Um was es dabei aber nicht geht, ist die Frage einer möglichen Mitschuld der Klasse“, betonte Stark. Der 18- Jährige hatte in einer Art Computertagebuch als Motiv für seine Tat Hass auf die Gesellschaft und die Institution Schule genannt.

Stark wertet diese Aussage keineswegs als Kritik an den konkreten Verhältnissen in dem Ansbacher Gymnasium. “Wir sind eine kleine Schule, an der es recht familiär zugeht und in der wir sehr auf die Schüler zugehen“, unterstrich der Schulleiter. Dennoch gebe es im Lehrerkollegion natürlich Diskussionen darüber, wo sich Dinge verbessern ließen. Was sicherheitstechnische Verbesserungen angehe, sei die Schule im Gespräch mit Stadt, Polizei und Feuerwehr. “Was wir konkret verbessern werden, steht noch nicht fest“, sagte Stark.

Ein Gedenken an den Amoklauf vor einem Monat ist in der Schule nach Starks Angaben nicht geplant. “Wir haben ein ganze Reihe von Angeboten für Veranstaltungen wie Lesungen oder Diskussionen über Jugendgewalt bekommen. Das haben wir aber abgelehnt. Es geht uns darum, endlich zur Ruhe zu kommen.“ Das sei in der Schule inzwischen gelungen. Dort sei im Großen und Ganzen der Alltag wieder eingezogen. “Wir wenden wieder weitgehend den normalen Stundenplan an“, sagte Stark.

dpa

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