Antibiotika-Betriebe wieder freigegeben

Erlangen/Memmingen - Alle Schweinemastbetriebe in Schwaben, die nach der Entdeckung von Antibiotika im Tierfutter vorübergehend gesperrt wurden, sind inzwischen wieder freigegeben worden.

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Memmingen gegen die Verantwortlichen einer Allgäuer Molkerei dauern dagegen noch an. Dort soll menschliches Versagen zu dem verunreinigten Futter geführt haben. Wie ein Sprecher der Anklagebehörde am Montag sagte, werde geprüft, ob ein vorsätzliches Fehlverhalten vorliege.

Ende Januar hatten die Behörden im Urin von Mastschweinen Rückstände des bei Schlachttieren verbotenen Antibiotikums Chloramphenicol gefunden und vorsorglich 26 Schweinemastbetriebe im Allgäu und im Raum Ulm sperren lassen. 11 900 Schweine aus neun Betrieben durften daraufhin nicht normal geschlachtet werden, da Produkte aus diesen Tieren nicht in die Lebensmittelkette gelangen dürfen.

Ursache für die Verunreinigung des Futters waren unsachgemäß entsorgte Laborabfälle einer Molkerei. Das Antibiotikum gelangte in das sogenannte Weißwasser. Die Flüssigkeit, die bei der Produktion in einer Molkerei anfällt und noch Milchbestandteile enthält, wird hauptsächlich von Schweinemastbetrieben kostenfrei abgeholt und dem Tierfutter beigegeben. In der Molkerei wird seit dem Vorfall auf Chloramphenicol verzichtet.

dpa

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