Anwalt: Misshandlungsvorwürfe gegen Mixa nicht belegt

Augsburg - Der Rechtsanwalt des zurückgetretenen Augsburger Bischofs Walter Mixa hat die Misshandlungsvorwürfe gegen den katholischen Geistlichen angezweifelt.

Für ihn seien entsprechende Angaben mutmaßlicher Opfer nicht bewiesen, sagte Anwalt Gerhard Decker am Freitag der Nachrichtenagentur dpa. Damit widerspricht er dem unabhängigen Sonderermittler Sebastian Knott. Dieser war bei der Überprüfung der Vorwürfe zu dem Ergebnis gekommen, Mixa habe als Stadtpfarrer von Schrobenhausen Heimkinder massiv geschlagen und dadurch den Tatbestand der schweren Körperverletzung und Misshandlung Schutzbefohlener erfüllt. Dies ist laut Knott aber verjährt.

Decker warf Knott vor, die erforderliche Auseinandersetzung mit den Aussagen der Betroffenen durch den “Glauben an ihre Richtigkeit“ ersetzt zu haben. Er bemängelte, dass bei den Ermittlungen mehrere Betroffene zusammen befragt worden seien. “Dies ist ein Ermittlungsfehler, der irreparabel ist“, sagte Decker. Er forderte umfassende Akteneinsicht, um die Vorwürfe gegen Mixa selbst “seriös überprüfen“ zu können. Dazu gehörten auch die eidesstattlichen Versicherungen, die gegen Mixa abgegeben worden seien.

Zu den Vorwürfen, Mixa habe Stiftungsgelder zweckentfremdet, sagte Decker, diese Unregelmäßigkeiten seien dem damaligen Heimleiter wegen mangelnder Kontrolle anzulasten. Sämtliche Mitglieder des damaligen Stiftungsrates hätten sich auf die Kontrolle eines Wirtschaftsprüfers verlassen, der zu keinen Beanstandungen gekommen war. Mixa könne allenfalls mangelnde Aufsichtspflicht vorgeworfen werden.

Mixa hatte Ende April nach wochenlangen Diskussionen um eine Prügel- und Finanzaffäre dem Vatikan seinen Rücktritt angeboten, den der Papst Anfang Mai angenommen hatte. Zuvor hatte Mixa geleugnet, als Stadtpfarrer von Schrobenhausen in der Zeit von 1975 bis 1996 jemals Gewalt gegen Kinder und Jugendliche ausgeübt zu haben. Dies hatte er zunächst “reinen Herzens“ versichert, später dann aber gelegentliche Ohrfeigen für Heimkinder eingeräumt.

dpa

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