Gerhard Starteist Rechsanwalt und verteidigt Gustl Mollath

Mollath-Anwalt: Freilassung vor der Wahl?

Nürnberg/München – Der Anwalt des zwangsweise in der Psychiatrie sitzenden Gustl Mollath rechnet noch vor der Landtagswahl im September mit der Entlassung seines Mandanten.

„Ich halte die Argumente in beiden Wiederaufnahmeanträgen für so zwingend, dass ein denkender Jurist keine Gegenargumente finden kann“, sagte der Hamburger Anwalt Gerhard Strate. „Das ist kein Zweckoptimismus von mir. Ich halte die beiden Gesuche für gut ausgearbeitet.“ Er sowie die Staatsanwaltschaft Regensburg hatten beantragt, das Strafverfahren gegen Mollath neu aufzurollen. Trotzdem schloss Strate nicht völlig aus, dass das mit der Prüfung der Anträge befasste Landgericht Regensburg die Gesuche ablehnt. In einem solchen Fall werde er sofort Beschwerde beim Oberlandesgericht Nürnberg einlegen. „Notfalls gehen wir vor das Bundesverfassungsgericht.“

Unterdessen fordern die Freien Wähler nach einem umstrittenen Besuch der Polizei bei Ursula Gresser Aufklärung im Landtag. Die Fraktion reichte einen entsprechenden Antrag sowie einen Fragenkatalog mit elf Punkten ein. Sie verlangen eine Stellungnahme der Staatsregierung. Wie berichtet, hatte Gresser, Professorin und CSU-Mitglied aus Sauerlach, am Dienstag nach einer Twitter-Nachricht Besuch von der Polizei bekommen. Gresser macht sich für Mollath stark und wies auf eine Veranstaltung mit Justizministerin Beate Merk (CSU) hin. Wie das Polizeipräsidium München gestern betonte, habe es wegen der Veranstaltung Sicherheits-Bedenken gegeben, weshalb zwei Beamte in Zivil zu Gresser geschickt worden seien. Auslöser war das Schreiben eines Rechtsanwalts an das Justizministerium. Es habe in Zusammenhang mit einem bei Gresser anhängigen Sorgerechtsstreit gestanden. Mit Mollath habe dies nichts zu tun.  

mm/lby

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