Fall Mixa: Nichts dran an den Vorwürfen?

Augsburg - Die Vorwürfe gegen den entlassenen Augsburger Bischof Walter Mixa wegen sexuellen Missbrauchs sind womöglich nicht aufrechtzuerhalten.

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Zweifel an Missbrauchsvorwurf gegen Mixa

Fall Mixa: Verwirrung um angebliches Opfer

Mixas Anwalt Gerhard Decker sagte am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa, Hinweise für die Vorermittlungen der Staatsanwaltschaft Ingolstadt hätten sich als "heiße Luft" entpuppt. Nach Medienangaben stehen die Ermittlungen kurz vor der Einstellung. Die Staatsanwaltschaft Ingolstadt will sich dazu erst an diesem Freitag äußern. Wegen der Einschaltung der Ermittlungsbehörden gerieten die Bistümer Augsburg und Eichstätt aneinander.

Mixa hatte die Vorwürfe von Anfang an zurückgewiesen. Sein Anwalt erklärte nach einem Besuch bei Mixa in einem Schweizer Sanatorium, der Bischof wisse nicht, was ihm vorgeworfen wird. Er sei über die Anschuldigungen zutiefst erschüttert und habe seine Bereitschaft erklärt, mit der Staatsanwaltschaft zusammenzuarbeiten. Er sei auch bereit sich vernehmen zu lassen, wenn es dafür einen Anlass gibt.

Hinweise auf einen möglichen sexuellen Missbrauch durch Mixa kamen aus dem Mitarbeiterkreis des Bistums Eichstätt. Mixa war von 1996 bis 2005 Bischof in Eichstätt. Dort soll eine Mitarbeiterin im Bereich Aus- und Weiterbildung Informationen nach Augsburg gegeben haben, ohne die Eichstätter Diözesanleitung zu verständigten. In Augsburg schaltete daraufhin das Bistum die Generalstaatsanwaltschaft in München ein.

Weihbischof Josef Grünwald, der das Bistum bis zur Neubesetzung des Bischofsstuhles leitet, hatte die Weitergabe der Informationen an die Behörden mit den Leitlinien der Bischofskonferenz begründet, in allen Verdachtsfällen ohne Ansehen der Person die Strafverfolgungsbehörden einzuschalten.

Eichstätts Bischof Gregor Maria Hanke kritisierte am Mittwoch, dass seine Mitarbeiter die Hinweise entgegen einer Anweisung im Alleingang nach Augsburg gaben. Er äußert sein Befremden darüber, dass die Diözese Augsburg diese Angaben weiter verfolgt und ihn erst kurz vor dem Gang zur Generalstaatsanwaltschaft informiert habe. Mixa hatte nach wochenlangen Auseinandersetzungen wegen einer Prügel- und Finanzaffäre am 21. April beim Papst seinen Rücktritt eingereicht. Er hatte lange geleugnet, Heimkinder in seiner Zeit als Stadtpfarrer von Schrobenhausen (1975-1996) geschlagen zu haben. Zusätzlich soll er in dieser Zeit Gelder aus der Waisenhausstiftung in Schrobenhausen zweckentfremdet haben.

Einen Tag bevor Papst Benedikt XVI. am vergangenen Samstag den Rücktritt Mixas annahm, wurden Vorwürfe wegen sexuellen Missbrauchs bekannt. Die Staatsanwaltschaft Ingolstadt hatte auf Veranlassung des Bistums Augsburg entsprechende Vorermittlungen gegen Mixa eingeleitet.

In einem katholisch-konservativen Internetdienst wurde ein angebliches Missbrauchsopfer von Mixa enttarnt. Der heute 26-Jährige soll sich als Jugendlicher oft in Mixas Nähe aufgehalten haben. Er ließ aber über seinen Anwalt erklären, die im Internet aufgestellten Behauptungen seien falsch. Auch die Staatsanwaltschaft Ingolstadt erklärte, der Name des zu Unrecht Verdächtigtn gehöre nicht zu den Vorermittlungsakten im Fall Mixa.

Das Bistum Augsburg ist aber auch nach der Entlassung Mixas in Unruhe. Aus Unzufriedenheit über die vorübergehende Bistumsverwaltung durch Weihbischof Grünwald erklärte der Dekan aus Kempten, Michael Lechner, seinen Rücktritt. Er warf dem Domkapitel wegen der Wahl Grünwalds eine "empörende Perspektivlosigkeit" vor. Das Bistum hätte nach seiner Auffassung andere Signale für eine Neuorientierung gebraucht.

dpa

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