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Mineralien statt Tabak raucht Mansory in seinem Shisha-Café. Er hofft, bald auf den Ersatz verzichten zu können.

Mit Apfeltabak gegen das Rauchverbot

München - Deutschlands oberste Richter haben eine Klage gegen das Qualm-Verbot abgeschmettert. Doch Bayerns Wirte lassen sich nicht unterkriegen. Jetzt ziehen sie mit Wasserpfeifen vor Gericht.

Geschmacksrichtung Apfel, Minze, Pfirsich – mit aromatischem Wasserpfeifen-Rauch wollen die Wirte jetzt dem Qualm-Verbot im Freistaat Dampf machen. Im Auftrag von sechs Betreibern sogenannter Sisha-Cafés hat eine Münchner Kanzlei eine Popularklage beim Bayerischen Verfassungsgerichtshof eingereicht. Die Kläger beantragen, dass das neue Gesetz zum Schutze der Gesundheit für nichtig erklärt wird. Der Verein zum Erhalt der Bayerischen Wirtshauskultur, dessen Chef Franz Bergmüller der prominenteste Gegner des Rauchverbots ist, zahlt die Anwalts- und Prozesskosten – mehrere 10 000 Euro, sagt der Gastronom aus Feldkirchen-Westerham (Kreis Rosenheim).

Shishas sind Wasserpfeifen arabischen Ursprungs. Geraucht wird ein feuchtes Tabak-Melasse-Gemisch, das aromatisiert ist, zum Beispiel mit Apfelgeschmack. Der Qualm wird durch einen Wasserbehälter gezogen und so gekühlt. In Bayern gibt es etwa 500 Shisha-Cafés, Frank Mansory betreibt ein solches in München. Er ist einer der Kläger. Vor gut einem Jahr übernahm er den Laden in der Schwanthalerstraße. Die Inhaber scheiterten zuvor mit verschiedenen Konzepten – deshalb probierte der 34-Jährige das Geschäft mit der Wasserpfeife aus. Er investierte viel Geld für die orientalisch anmutende Inneneinrichtung, unterzeichnete einen achtjährigen Pachtvertrag und eröffnete den „Millenium Shisha Palast“. Schon am ersten Tag rannten ihm die Gäste nahezu die Tür ein. Der Erfolg ließ nicht nach: „Ich hatte ein gutes Geschäft“, sagt Mansory, der seit Jahren in München lebt und aus dem Irak stammt.

Aber: „Zu mir“, sagt der 34-jährige Gastronom, „kommen die Leute nur zum Shisha-Rauchen.“ Ohne Rauch – keine Gäste. Denn mit der sperrigen Wasserpfeife kann man nicht eben vor die Tür gehen, sagt er. An einer Shisha wird zwei bis drei Stunden hingeraucht. Seit das neue Gesetz in Bayern gilt, hat er Umsatzeinbrüche von 50 Prozent. Noch hält er seine Gäste mit einem Trick: Er bietet einen mineralischen Tabakersatz an. Doch Mansory hofft auf Erfolg vor Gericht. Die Rauchverbots-Gegner spekulieren darauf, dass die bayerischen Richter sich an den Kollegen im Saarland orientieren. Dort wurde das Gesetz nach einer Popularklage ausgesetzt.

Carina Lechner

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