Marketing Club München startet Untersuchung

Veränderte Arbeitswelt in Corona-Krise: Münchner Studie zu Herausforderungen des Homeoffice sucht Teilnehmer

Wer kann, arbeitet derzeit im Homeoffice. Die Corona-Krise hat die Arbeitswelt für viele Menschen stark verändert. Eine Münchner Studie soll aufzeigen, welche Herausforderungen das mit sich bringt.

  • Der Marketing Club München führt in Zusammenarbeit mit mehreren Hochschulen eine Studie über die Herausforderungen bei Homeoffice durch.
  • Für die Studie „Homeoffice im Praxistest für Führungskräfte und Mitarbeiter“ werden Teilnehmer gesucht.   
  • Der Münchner Merkur ist Medienpartner.

München – Es ist eine neue Situation für viele Arbeitnehmer und Führungskräfte: Anstatt ins Büro zu kommen, arbeiten wegen des Coronavirus gerade viele Bayern zuhause im Homeoffice. Welche Chancen und Herausforderungen das Homeoffice für Unternehmen und seine Mitarbeiter mit sich bringt, untersucht der Marketing Club München in Zusammenarbeit mit dem Institut für Marketing an der LMU München und dem Lehrstuhl für Unternehmensführung der Universität Hohenheim mit der Online-Studie „Homeoffice im Praxistest für Führungskräfte und Mitarbeiter“. Außerdem wird betrachtet, welche Rolle Homeoffice für Männer und Frauen spielt und ob es Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt. Der Münchner Merkur ist Medienpartner.

„Spätestens jetzt erkennen Führungskräfte wie Mitarbeiter die Notwendigkeit der Digitalisierung“, erklärt Silke Bartsch, Vizepräsidentin des Marketing Clubs München und stellvertretende Leiterin des Instituts für Marketing an der LMU. „Vielleicht entwickelt sich nun die Chance zum Umdenken: für mehr eigenverantwortliches Handeln und eine offene und digitale Unternehmenskultur.“ Bartsch hat die Studie gemeinsam mit Beate Zarges vorbereitet.

Homeoffice wegen Corona-Krise: Vielleicht Chance zum Umdenken

Silke Bartsch, Vizepräsidentin des Marketing Clubs München,

Diese ist Beirätin im Marketing Club und weiß als Verantwortliche für die Unternehmenskommunikation einer mittelständischen Firma, worauf es jetzt ankommt: „Grundsätzliches wie gegenseitiges Vertrauen, Motivation und transparenteKommunikation spielen in Krisenzeiten eine noch wichtigere Rolle“, erklärt Zarges. „Der Spagat besteht darin, zwischen klar strukturierten Arbeitsabläufen und individuellen Bedürfnissen mit dem richtigen Außenmaß zu agieren.“ Das entspricht auch der Erfahrung von Unternehmen wie Microsoft, wo es zum Beispiel seit 2014 eine Betriebsvereinbarung zum Vertrauensarbeitsort gibt. „Führen nach Anwesenheitszeit ist schon in herkömmlichen Strukturen nicht wirksam, aber im Homeoffice offensichtlich unmöglich“, erklärt Thomas Mickeleit, Mitglied der Geschäftsleitung von Microsoft Deutschland. „Gemeinsam verabredete Ziele, ein hohes Maß an Eigenverantwortlichkeit und die Führungskraft als Coach sind Teil der Lösung.“

Bevor Homeoffice umgesetzt werden kann, müssen einige praktische und rechtliche Fragen geklärt werden, sagt auch Bertram Brossardt, Hauptgeschäfsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft. Geregelt werden müsse zum Beispiel, wie die innerbetriebliche Kommunikation organisiert wird, wie das Arbeitsschutzgesetz angewendet wird und wie der Datenschutz gewährleistet werden kann. „Generell fördert mobiles Arbeiten die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und stärkt die Zeitsouveränität der Mitarbeiter", erklärt er. „Aber nicht an allen Arbeitsplätzen ist mobiles Arbeiten möglich oder sinnvoll." Er betont: „Es muss der unternehmerischen Entscheidungsfreiheit überlassen bleiben, wo der Arbeitseinsatz der Mitarbeiter erfolgt."

Die Studie läuft noch bis Sonntag, 31. Mai. Später ist eine weitere Studie geplant, um die langfristigen Auswirkungen der Corona-Krise auf das Homeoffice festzustellen.

Lesen Sie auch: RKI-Präsident Wieler: Zweite Corona-Welle kommt „mit großer Sicherheit“ - Viele Experten warnen 

An der derzeitigen Untersuchung können sich Angestellte, Führungskräfte und Unternehmer beteiligen. Nähere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden sie auf der Homepage dazu.   

Unternehmen in München mit mehr als 100 Mitarbeitern, die zugleich Mitglied im Marketingclub München sind oder im Mai noch werden, haben außerdem die Möglichkeit, die Online-Studie im eignen Unternehmen durchzuführen und eine unternehmensspezifische Auswertung zu erhalten. Wer hieran Interesse hat, kann sich direkt beim Marketing Club München unter info@marketingclub-muenchen.de. melden.

Lesen Sie auch: Corona, Kinder, Chaos: So können Arbeitgeber Eltern zumindest finanziell helfen

Rubriklistenbild: © dpa / Sebastian Gollnow

Kommentare