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Das Sturmtief „Friederike“ hinterließ deutschlandweit große Schäden.

Schuften bei Orkanböen

Arbeiten mit Gegenwind: Diese Bayern trotzten „Friederike“

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  • Dominik Göttler
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  • Katrin Woitsch
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  • Josef Ametsbichler
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Wer am Donnerstag draußen schuften musste, war nicht zu beneiden. Vier Menschen haben uns verraten, wie sie ihren Arbeitstag mit Gegenwind erlebt haben.

München – Friederike wütete gestern in Bayern – und nicht jeder hatte das Glück, sich im hinter den eigenen vier Wänden verbarrikadieren zu können. Wir haben mit Menschen gesprochen, die im Orkan ihrer Arbeit nachgingen.

Die gesamten Ereignisse des Donnerstags können Sie in unserem News-Ticker zum Sturmtief „Friederike“ nachlesen.

Auf dem Wasser

Für die Schiffe auf den Seen bedeutet die Sturmwarnung: schnellstens an Land. Für die Surfer hingegen genau das Gegenteil. Christian Schlosser von der Kreiswasserwacht in Starnberg sitzt zwar im Büro – ist aber in erhöhter Alarmbereitschaft. Denn sobald auf einem der Seen im Landkreis ein Mensch in Not gerät, geht sein Pieper los. Und die Gefahr ist dank Friederike größer als sonst. „Unsere Hoffnung ist immer, dass die Leute vernünftig sind, wenn eine Sturmwarnung rausgeht“, sagt er. Verlassen kann er sich darauf nicht – denn Surfen ist auch bei Sturmlagen nicht verboten.

Auf dem Gipfel

An Marco Kirchners Arbeitsplatz ist es ziemlich laut. „Hier wackelt und pfeift es so richtig“, sagt der 41-Jährige. Kurz zuvor hatte er seine bislang stärkste Windböe gemessen. Mit 157 km/h peitschte der Wind gegen seine Wetterstation auf der Zugspitze – Kirchners stärkster Sturm, seit er auf Deutschlands höchstem Gipfel das Wetter beobachtet. „Ich habe die Heizung aufgedreht“, sagt er, „aber einmummeln muss man sich trotzdem.“ Schließlich muss er ständig ins Freie, um die Messgeräte vom Eis zu befreien. Dann greift er zur Skibrille – und versucht, nicht weggeblasen zu werden.

Marco Kirchner beobachtet das Wetter auf dem Gipfel der Zugspitze.

Auf der Baustelle

Finger weg, heißt es auf vielen Baustellen – jedenfalls, was den Betrieb von Kranen angeht. Auch wenn dank Funksteuerung kaum mehr eine Kabine bemannt werden muss: Die stählernen Gittermastriesen sind windanfällig, trotz ihrer luftigen Bauweise. Bei Windgeschwindigkeiten ab 80 km/h steht der Kranbetrieb deshalb still, erklärt Alexander Maier vom gleichnamigen Baukranverleih aus Hohenlinden (Kreis Ebersberg). Wobei, nicht ganz: „Die Krane müssen windfrei gestellt werden“, sagt Maier. Das heißt: die Bremse am Drehgelenk wird gelöst, damit der Kran sich mit den Böen drehen kann. Dann heißt es nur noch: Last ab, Haken hochziehen und keine Hindernisse in den Schwenkbereich. Solange alle seine Kranmieter das beachten, macht sich Maier keine Sorgen. Erst ab 150 km/h werde es wirklich haarig. Trotzdem hat sein Betrieb wegen Friederike alle Kranmontagen abgesagt – zu gefährlich.

Auf dem Schnee

Neuschnee und starker Wind – diese Kombination lässt die Lawinengefahr auf Warnstufe vier ansteigen. Walter Alkofer von der Lawinenkommission Schliersee (Kreis Miesbach) wagt sich für eine Analyse auf 1400 Meter. Einen Meter gräbt er sich in eine Triebschneeschicht, um festzustellen, wie empfindlich das Material ist. „Da reicht schon ein Skifahrer, um ein Brett auszulösen“, sagt er. Ungefährlich ist die Routine-Aktion nicht: „Immer wieder kamen Orkan-Böen. Ich musste schauen, dass es mich nicht umhaut.“ Immer wieder verschanzt sich Alkofer in der Mulde, die er zuvor ausgehoben hat. Die Lage in den Bergen bleibt in den kommenden Tagen angespannt.

In unserem Lawinen-Ticker informieren wir Sie über die aktuelle Lage in den Bergen.

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