Weniger Arbeitslose in Bayern

Nürnberg - Der Frühling ist eingezogen - das macht sich nicht nur vor den Eisdielen, sondern auch in der Arbeitslosenstatistik bemerkbar. Die Zahl der Jobsuchenden sank im März kräftig auf rund 290.000.

Mit den ersten warmen Frühlingstagen hat sich auch der Arbeitsmarkt im Freistaat spürbar belebt: Die Zahl der Erwerbslosen sank kräftig um 21 800 auf rund 290 000 und erreichte damit den niedrigsten März-Stand seit 1992. Ein Jahr zuvor waren noch rund 63 900 Menschen oder 18,1 Prozent mehr auf Jobsuche, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag in Nürnberg mitteilte. Die Arbeitslosenquote lag damals bei 5,3 Prozent - nun nahm sie um 0,3 Punkte auf 4,3 Prozent ab.

“Die bayerische Wirtschaft befindet sich weiterhin auf dem Vormarsch“, sagte Regionaldirektionschef Ralf Holtzwart. Die konjunkturelle Erholung sei weiterhin spürbar. “Von der positiven Entwicklung profitieren vor allem Jüngere und männliche Arbeitslose.“ Bei den Älteren über 55 Jahren hingegen stieg die Erwerbslosigkeit leicht. Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) räumte deshalb ein: “Wir müssen diese Gruppe noch stärker in den Blick nehmen.“

Besonders viele neue Stellen entstanden im März im verarbeitenden Gewerbe und bei Zeitarbeitsfirmen; aktuell sind in Bayern fast 65 000 Stellen offen. 4,584 Millionen Menschen sind bereits sozialversicherungspflichtig beschäftigt, ein Zuwachs von 2,8 Prozent binnen Jahresfrist. Die meisten Jobs entstanden seitdem im Dienstleistungsbereich (plus 11,5 Prozent), im Gesundheitswesen (plus 3,4 Prozent) und im Handel.

Dennoch gelten in Bayern noch immer knapp 112 000 Menschen als unterbeschäftigt, sind also arbeitslos gemeldet oder etwa in Weiterbildungsmaßnahmen und Ein-Euro-Jobs “geparkt“. Zudem mahnt Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) angesichts der Atomkatastrophe in Japan, den Unruhen in Nordafrika und den Schuldenproblemen einiger EU-Staaten vor beträchtlichen Risiken für den bayerischen Arbeitsmarkt.

“Insgesamt dürfte uns das aber nicht umwerfen. Die Konjunktursignale für Bayern stehen weiter klar auf Fortsetzung der positiven Entwicklung“, betonte Zeil. Der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft, Bertram Brossardt, berichtete sogar, dass der erwartete Fachkräftemangel in einigen Branchen und manchen Regionen Bayerns heute schon Realität sei.

dpa

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