Arbeitslosenzahl sinkt -Schlecker schlägt durch

Nürnberg - Seit 20 Jahren gab es noch nie so wenig Arbeitslose in einem April wie aktuell. Und doch sind die Firmenpleiten von Schlecker und Müller Brot spürbar: Es gibt mehr Frauen ohne Jobs, und rund um die Brotfabrik schnellt die Arbeitslosigkeit in die Höhe.

Die schwächelnde Konjunktur hat dem jahrelang boomenden Arbeitsmarkt zum Frühjahrsbeginn einen Dämpfer versetzt und die Zahl der Jobsucher im April ungewöhnlich schwach sinken lassen. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) waren bundesweit 2,96 Millionen Männer und Frauen als arbeitslos registriert. Die Zahl der Erwerbslosen rutschte damit erstmals seit Dezember wieder unter die Drei-Millionen-Marke – und zugleich auf den tiefsten April-Stand seit 20 Jahren.

Auch der Arbeitsmarkt in Bayern zeigte sich robust: Die Zahl der Jobsuchenden ging hier im April um 6,5 Prozent auf 249 500 zurück. Allein im Laufe des vergangenen Jahres nahm die Erwerbslosigkeit im Freistaat um 4,9 Prozent ab. Bei der Arbeitslosenquote liegt Bayern jetzt mit 3,7 Prozent bundesweit an der Spitze. „Maßgeblich für die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt ist die anhaltend gute Konjunktur, die zu einem deutlichen Zuwachs der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung geführt hat“, erklärte Regionaldirektions-Chef Ralf Holtzwart. Deutlich vorsichtiger beurteilte er jedoch die spürbar gesunkene Nachfrage nach neuen Arbeitskräften. Zwar sei die schwächelnde Einstellungsbereitschaft weniger auf konjunkturelle Effekte als auf die Osterferien zurückzuführen, sagte er. Dennoch behält er den Frühindikator im Blick: „Hier bleibt abzuwarten, wie sich die Stellenzugänge in den kommenden Monaten entwickeln.“ 74 400 Jobs sind derzeit unbesetzt.

Aus dem Rahmen fiel die Entwicklung bei den Frauen: Während die Arbeitslosigkeit aller anderen Bevölkerungsgruppen abnahm, legte sie bei den Frauen leicht zu. Ein Grund dafür sind laut Regionaldirektion „die Firmeninsolvenzen in der jüngsten Vergangenheit“ – die Pleite der Drogeriefirma Schlecker schlug sich nun in den Zahlen nieder. Wie auch die Pleite des Bäckerei-Riesen Müller Brot: Am Firmensitz Freising gab es prozentual den mit Abstand bayernweit höchsten Zuwachs an Arbeitslosen. Plus 14,3 Prozent melden die Behörden im Vergleich zum Vorjahresmonat, im Vergleich zum Vormonat sind es knapp zehn Prozent oder 230 Menschen ohne Jobs mehr.

mm/dpa

dpa

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