Arbeitslosenzahl in Bayern sinkt

Nürnberg - Die Arbeitslosenzahl in Bayern ist im Oktober erstmals in diesem Jahr unter die Marke von 300.000 gesunken.

Dank der überraschend großen Herbstbelebung nahm sie um 23 500 auf 297.900 ab. Das waren nach Angaben der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit aber noch 60.900 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote ging um 0,3 Punkte auf 4,5 Prozent zurück. Vor einem Jahr hatte sie noch bei 3,6 Prozent gelegen, dem tiefsten Stand seit 1991. Trotz der überdurchschnittlich guten Entwicklung könne aber noch keine Entwarnung gegeben werden, erklärte der Chef der Regionaldirektion, Rainer Bomba, am Donnerstag in Nürnberg. Die Auswirkungen der Wirtschaftskrise seien noch nicht vollständig auf den Arbeitsmarkt durchgedrungen. In den kommenden Monaten werden sich laut Bomba saisonale und konjunkturelle Effekte überlagern und zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit führen.

Auch nach Ansicht von Arbeitsministerin Christine Haderthauer (CSU) stehen Bayern im Winter noch schwierige Zeiten auf dem Arbeitsmarkt bevor. "Wir müssen uns warm anziehen und klar Kurs halten, aber ich bin zuversichtlich, dass Bayern den Weg aus der Krise anführen wird", erklärte Haderthauer in einer Mitteilung ihres Ministeriums. Ähnlich äußerte sich auch Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU). Mit Blick auf den spürbaren Anstieg der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr betonte Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP): "Auf dem Arbeitsmarkt steht uns ein harter Winter bevor. Die Luft wird dünner."

Im Freistaat gab es im Oktober 54 800 offene Stellen. "Die Unternehmen suchen immer noch gut ausgebildete Kräfte", erklärte Bomba. Trotz eines leichten Zuwachses des Stellenangebots im Oktober liegt die Zahl der offenen Stellen allerdings um 20,1 Prozent unter dem Vorjahreswert. Im Freistaat gab es zuletzt (im August) 4,5 Millionen sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse. Das waren knapp 20 000 weniger als im August 2008. Die Schere zwischen den Regierungsbezirken hat sich im Oktober weiter geschlossen. Die niedrigste Arbeitslosenquote weist Niederbayern auf mit 4,0 Prozent. Die "rote Laterne" trägt Mittelfranken mit einer Quote von 5,2 Prozent. In mehr als der Hälfte der 96 Landkreise und kreisfreien Städte lag die Arbeitslosenquote im Oktober unter der Marke von vier Prozent.

Spitzenreiter ist der Landkreis Eichstätt mit einer Quote von 2,0 Prozent, gefolgt von Neuburg-Schrobenhausen mit 2,4 sowie Erding und Pfaffenhofen an der Ilm mit jeweils 2,6 Prozent. Die höchste Arbeitslosigkeit verzeichnet die Stadt Amberg mit 8,4 Prozent. Die Stadt Nürnberg folgt mit 8,3 Prozent dicht dahinter, obwohl die Entlassungswelle bei Quelle noch nicht in die Oktober-Zahlen eingeflossen ist.

dpa

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