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„Die positive Entwicklung auf dem bayerischen Arbeitsmarkt setzt sich fort“, betonte Regionaldirektions-Chef Ralf Holtzwart.

Kräftiger Rückgang der Arbeitslosenzahlen

Nürnberg - Der Frühling hat nun auch auf dem Arbeitsmarkt Einzug gehalten: Die Zahl der Arbeitslosen in Bayern ist im März stark gesunken. Doch für ältere Jobsucher könnte es noch besser laufen.

Der beginnende Frühjahrsaufschwung hat den Arbeitsmarkt im Freistaat unerwartet kräftig angekurbelt und die Zahl der Jobsuchenden auf einen neuen Tiefstand gedrückt: Seit Beginn dieser Zählungsart im Jahr 1992 waren im März stets mehr Menschen auf Stellensuche gewesen als heuer mit 266 800. Im Vergleich zum Februar nahm die Zahl der Arbeitslosen in Bayern um fast 17 600 oder 6,2 Prozent ab, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag in Nürnberg mitteilte. Auf Jahresfrist gesehen betrug der Rückgang 8 Prozent, das ist der drittbeste Wert aller Bundesländer. Die Arbeitslosenquote sank von Februar auf März um 0,2 Punkte auf 4,0 Prozent.

Stabile Konjunktur sorgt für Aufschwung

„Die positive Entwicklung auf dem bayerischen Arbeitsmarkt setzt sich fort“, betonte Regionaldirektions-Chef Ralf Holtzwart. Maßgeblich für die gute Situation sei die stabile Konjunktur, die zu einem Zuwachs regulärer Stellen geführt habe. Aber auch der jährliche Frühjahrsaufschwung sorgte für verzögerte Impulse. Weil der Februar noch frostig-kalt war, wurden die Einstellungen in witterungsabhängigen und oft männerdominierten Berufen wie Bauarbeiter oder Gärtner häufig auf den März verschoben.

Für Jobsucher herrschen derzeit gute Bedingungen: 73 000 Stellen sind im Freistaat unbesetzt, so viele wie noch nie seit April 2002. Zudem waren nach den jüngsten Daten vom Januar knapp 4,735 Millionen Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt - auch das ein neuer Höchststand für einen Jahresanfang.

Haderthauer fordert "Willkommenskultur"

Durch die gute Situation sank im März auch die Arbeitslosigkeit bei den über 55-Jährigen. Dennoch mahnte Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU): „Die Unternehmen, die Arbeitnehmervertretungen und die Politik haben ihre Ziele hier noch nicht vollständig erreicht.“ Arbeitsministerin Christine Haderthauer (CSU) forderte darüber hinaus eine Willkommenskultur nicht nur für ältere Arbeitnehmer, sondern auch für junge Eltern, Jugendliche mit Startproblemen sowie Menschen mit Behinderung.

Etwas getrübt wird das Bild durch die sogenannte Unterbeschäftigung. Sie umfasst neben den offiziell als arbeitslos Registrierten auch Jobsuchende etwa in einer Weiterbildung oder einem Ein-Euro-Job und lag im März bei 383 900.

Arbeitslosigkeit sinkt in allen Regierungsbezirken

Auch die Quote ging überall zurück - am stärksten in Niederbayern mit 0,6 und in der Oberpfalz mit 0,5 Punkten. Schwaben führt die Rangliste der Bezirke mit der geringsten Arbeitslosenquote von 3,5 Prozent weiterhin an; neues Schlusslicht ist Mittelfranken (4,8 Prozent). Dort gibt es mit Nürnberg (8,0 Prozent) auch die höchste Arbeitslosenquote unter den Kreisen und kreisfreien Städten im Freistaat. Spitzenreiter ist weiter Eichstätt mit 1,4 Prozent - dort herrscht Vollbeschäftigung.

Auf Jahressicht haben sich die Oberpfalz und Schwaben mit einem Minus von jeweils 10,4 Prozent am stärksten verbessert. Am wenigsten profitierte Mittelfranken von der guten Lage auf dem Arbeitsmarkt (minus 6,3 Prozent).

dpa

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