Arbeitslosenzahl in Bayern leicht gestiegen 

Nürnberg - Die Zahl der Arbeitslosen in Bayern ist wieder knapp angestiegen. Dennoch waren weitaus weniger Personen ohne Job, als im Vorjahr, und das Bundesland hält seinen Rekordwert.

Der bayerische Arbeitsmarkt zeigt sich weiter in Bestform: Zwar stieg die Zahl der Arbeitslosen von November bis Dezember leicht, im Jahresvergleich aber waren es mit jetzt 229 800 Menschen rund 40 000 weniger als im Dezember 2010, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Dienstag in Nürnberg mitteilte. So wenige Arbeitslose gab es damit in einem Dezember seit 1991 nicht mehr.

“Auch die Arbeitslosenquote bleibt mit 3,4 Prozent auf einem Rekordniveau“, erklärte Behördenchef Ralf Holtzwart. Im November 2011 lag die Quote bei 3,3 Prozent, vor einem Jahr bei 4,0 Prozent. Zu dem relativ geringen Anstieg um genau 9742 Arbeitslose binnen eines Monats trug auch der relativ milde Winter bei.

Keine Anzeichen für drohenden Einbruch

Auch der Ausblick bleibt positiv. Es gebe immer mehr Beschäftigte mit einem sozialversicherungspflichtigen Job und die Nachfrage nach Arbeitskräften sei im Freistaat weiterhin konstant, sagte Holtzwart. Alle Indikatoren sprächen für eine positive Entwicklung auf dem bayerischen Arbeitsmarkt. “Somit gibt es derzeit keinerlei Anzeichen für einen drohenden Einbruch für die exportorientierte Wirtschaft Bayerns.“

Arbeitsministerin Christine Haderthauer (CSU) und Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) zeigten sich mit den aktuellen Zahlen zufrieden: Der bayerische Arbeitsmarkt stehe hervorragend da, der Freistaat könne deshalb zuversichtlich in das neue Jahr starten, erklärte Haderthauer laut Mitteilung. Auch die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft sprach von einer “makellosen Bilanz“. Gleichzeitig sieht Haderthauer Verbesserungspotenzial: “Gerade weil es der bayerischen Wirtschaft und dem Arbeitsmarkt so gut geht, müssen wir uns jetzt um die kümmern, bei denen der Aufwärtstrend noch nicht angekommen ist - die älteren Arbeitnehmer.“

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) kritisierte, dass ein Großteil der neuen Arbeitsplätze unsicher beziehungsweise schlecht bezahlt sei. “Es ist nicht alles Gold, was auf dem bayerischen Arbeitsmarkt glänzt“, sagte Bayerns DGB-Chef Matthias Jena. Es gebe zwar mehr Erwerbstätige, aber gleichzeitig auch so viele Niedriglöhner, Leiharbeiter und Mini-Jober wie noch nie.

Arbeitslosenzahlen in Unterfranken und Schwaben am niedrigsten

Unterfranken und Schwaben sind regional betrachtet Spitzenreiter. Nirgendwo sonst war die Arbeitslosenquote im Dezember 2011 mit 3,1 Prozent so gering. Die rote Laterne trägt mit 4,3 Prozent der Regierungsbezirk Mittelfranken. Im Bundesvergleich liegen jedoch alle Bezirke Bayerns unter dem Durchschnitt von 6,6 Prozent.

Eine besondere Ehre wird 2011 der Stadt Eichstätt zuteil. Sie konnte nicht nur in Bayern, sondern auch deutschlandweit im Dezember 2011 sowie im Jahresdurchschnitt mit der niedrigsten Arbeitslosenquote punkten. Im vergangenen Monat lag sie bei 1,2 Prozent, im Jahresdurchschnitt bei 1,4 Prozent.

Bezogen auf das Gesamtjahr 2011 kann Bayern eine durchschnittliche Arbeitslosenquote von 3,8 Prozent vorweisen. Im Jahresdurchschnitt waren 254 276 arbeitslos gemeldet und damit 45 112 weniger als im Vorjahr. Damit sei sogar hohe das Niveau vor der Wirtschaftskrise noch deutlich unterschritten worden, sagte Holtzwart.

Vor allem Jüngere profitieren

Von dem wirtschaftlichen Aufwärtstrend profitierten vor allem Jüngere. Während die Zahl der Arbeitslosen unter 25 Jahren der Regionaldirektion zufolge um 21,2 Prozent sank, gingen die Arbeitslosenzahlen bei den über 55-jährigen im Jahr 2011 nur um 3,3 Prozent zurück.

dpa

Rubriklistenbild: © Symbolbild (dpa)

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