Arzt wollte Fehlgeburt bei Geliebter auslösen

Coburg - Ein Arzt soll seiner schwangeren Geliebten ein Blutverdünnungsmittel in den Tee gemischt haben, damit sie ihr Baby verliert. Die Staatsanwaltschaft plädierte auf versuchten Mord.

Vier Monate nach Prozessbeginn verkündet das Landgericht Coburg an diesem Montag (21. März) das Urteil im Prozess gegen einen Arzt aus dem thüringischen Schmalkalden. Der 42-Jährige soll seiner schwangeren Geliebten ein Blutverdünnungsmittel in den Tee gemischt haben, damit sie ihr Baby verliert.

Ursprünglich lautete die Anklage auf versuchten Schwangerschaftsabbruch und gefährliche Körperverletzung. Nach dem Ende der umfangreichen Beweisaufnahme stufte die Staatsanwaltschaft die Tat als versuchten Mord ein und forderte eine Freiheitsstrafe von zwölf Jahren. Der Angeklagte bestritt die Vorwürfe. Deshalb plädierte die Verteidigung auf Freispruch.

Nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft hatten der Angeklagte seit dem Jahr 2003 ein Verhältnis mit der gut zehn Jahre jüngeren OP-Schwester aus dem Landkreis Kronach. Nach drei Jahren berichtete ihm die Frau, dass sie ein Kind erwartet. Aus Angst, dass seine Ehefrau von dem Verhältnis erfährt, soll er ihr Geld für eine Abtreibung geboten haben.

Das jedoch lehnte seine Geliebte ab. Um die Geburt des gemeinsamen Kindes zu verhindern, hat er nach Überzeugung der Anklage seiner Freundin über längere Zeit hinweg das Medikament Marcumar in den Tee gemischt. Dadurch sollten Blutungen und eine Frühgeburt ausgelöst werden.

Die Frau litt unter Nasen- und Zahnfleischbluten und kam im Juni 2007 in ein Krankenhaus. Dort wurde ein hoch gefährlicher Blutgerinnungswert von weniger als fünf Prozent festgestellt. Trotz des Risikos, innere Blutungen oder gar eine Hirnblutung zu erleiden, brachte die Frau wenig später ohne weitere Komplikationen ein gesundes Kind zur Welt.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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