Arzt wollte nur helfen – Nase eingeschlagen!

Schwandorf/Regensburg - Ein zufällig anwesender Arzt hat einer sturzbetrunkenen 15-Jährigen auf der Zugfahrt nach Regensburg seine Hilfe angeboten. Wenig später war sein Nasenbein gebrochen.

Nachts im Zug, da lässt sich einiges erleben. Leider auch Unliebsames – wie pure Gewalt! Mit zwei Kollegen machte sich ein Arzt von Schwandorf nach Regensburg auf, der Zug war gegen 23 Uhr losgefahren, doch schon um 23.15 Uhr musste er einen außerplanmäßigen Stopp einlegen. Denn etwa 15 junge Leute sorgten für richtigen Wirbel zwischen den Waggons, am meisten ein Mädchen, das erst 15 Jahre alt war: Das Girlie war dermaßen betrunken, dass sich jemand im Zug dazu entschlossen hatte, den Notarzt zu rufen. Der Zug hielt wegen des Einsatzes in Regensburg-Haidhof.

Die zufällig anwesenden Ärzte boten nun ihre Hilfe an, bis der Notarzt eintraf. Sie versuchten, die jungen Leute zu beruhigen und wollten das sturzbetrunkene Mädchen richtig lagern, so dass es wegen Erbrechens nicht zu Komplikationen käme. Diese Hilfe wurde allerdings nicht so quittiert, wie es die Mediziner erwartet hatten. Ein Jugendlicher schubste den Arzt: „Verpiss dich!“ Ein zweiter, stämmigerer Bursche schlug dann gleich ohne Warnung dem Arzt ins Gesicht – Nasenbeinbruch! Danach flüchteten beide.

Und selbst das betrunkene Mädchen wurde noch gewalttätig, gegen eine Frau, die im Zug mitgefahren war. Weil die Betrunkene zunächst fliehen wollte, wurde sie von der Passagierin festgehalten. Es kam zu einer Rangelei, dabei erlitt die Frau eine Prellung. Das betrunkene Mädchen, das von der inzwischen eingetroffenen Polizei gefesselt werden musste, beleidigte dann noch einige Beamte. Dann kam die Jugendliche ins Krankenhaus, wo bei ihr 1,22 Promille Alkohol festgestellt wurden. Die Nase des Arztes wurde wieder gerade gerichtet. Die Polizei ermittelt in dem Fall.

tz

Rubriklistenbild: © dpa

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