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Aschaffenburg - Lage, Geschichte, Politik, Wirtschaft und Sehenswürdigkeiten von Stadt und Landkreis

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Schloss Johannisburg in Aschaffenburg
Schloss Johannisburg in Aschaffenburg © David Ebener / dpa

Funde zeigen, dass die Region Aschaffenburg bereits in der Steinzeit besiedelt wurde. Im Mittelalter erhielt Aschaffenburg die Stadtrechte und war der Zweitsitz der Erzbischöfe. Bis heute stellen die Stadt und der sie umgebende gleichnamige Landkreis einen wichtigen Wirtschaftsstandort in Deutschland dar.

Aschaffenburg – Die Stadt Aschaffenburg blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück und verbindet heute Tradition und Moderne. Besucher und Zuzügler finden in Aschaffenburg und dem umliegenden Landkreis eine starke Wirtschaftsregion mit einem umfangreichen kulturellen Angebot sowie beeindruckenden Naturlandschaften im nahen Umfeld. Die gut ausgebaute Infrastruktur, ausgezeichnete Bildungseinrichtungen sowie Hochschulkooperationen machen die Region gleichermaßen für Unternehmen und Familien interessant. Firmen finden viele hochqualifizierte Mitarbeiter, Familien attraktive Arbeitsstellen und ein angenehmes Lebensumfeld.

Aschaffenburg – die Geschichte der Stadt

Archäologen fanden im Stadtgebiet Hinweise auf Siedler, die sich bereits in der Steinzeit in dieser Region aufhielten. Nachweislich begann die Geschichte der Stadt Aschaffenburg im 5. Jahrhundert nach Christus mit der Gründung durch die Alemannen. Schon im Mittelalter wurde Aschaffenburg zu einem Verwaltungssitz, in dem sich häufig Kurfürsten und Erzbischöfe aufhielten.

In der Neuzeit erschütterten kriegerische Auseinandersetzungen die Stadt, etwa der zweite Markgräflerkrieg, bei denen auch bedeutende Bauwerke zerstört wurden und Hexenprozesse stattfanden. Vier Jahre lang gehörte Aschaffenburg gar zu Schweden.

Aschaffenburg – die Geschichte des Landkreises

Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörten die Stadt Aschaffenburg sowie das Umland, das den Landkreis mit gleichem Namen bildet, zum amerikanischen Sektor. Die Bewohner bauten die Stadt schnell wieder auf. Während des Wiederaufbaus musste die Region sogenannte Displaced Persons aus Polen und Ukraine unterbringen. Mit großer Kraftanstrengung wurde das Gebiet schnell wieder zum starken Wirtschaftsstandort, der besonders Mittelständlern ideale Bedingungen bietet.

Der Landkreis Aschaffenburg entstand 1939 während des Nationalsozialismus durch die Umbenennung der bis dahin bestehenden Bezirksämter. Wenige Monate nach seiner Gründung gab der Landkreis die Gemeinde Schweinheim an die kreisfreie Stadt Aschaffenburg ab.

In seiner heutigen Form besteht der Landkreis Aschaffenburg erst seit der bayerischen Gebietsreform von 1972. Damals kam es zu folgenden Veränderungen:

Aschaffenburg selbst blieb kreisfreie Stadt, ist aber Sitz des Landkreises und vieler Verwaltungsgebäude.

Aschaffenburg – Lage von Stadt und Landkreis

Die Stadt Aschaffenburg ist geprägt von der Lage an der Mündung des Flusses Aschaff in den Main und an der Nordwestecke des sogenannten Mainvierecks. Im Westen grenzt das Stadtgebiet an den Spessart. Die Bundesautobahn A3 durchschneidet die nördlichen Stadtteile von West nach Ost und schafft eine ideale Anbindung an Frankfurt und Würzburg. Die Bundesstraßen B26 verbindet die Stadt Aschaffenburg auf beiden Seiten mit dem umgebenden Landkreis. Die Stadt hat etwa 70.000 Einwohner, der Landkreis kommt auf knapp 175.000 Menschen, sodass die Region recht dicht besiedelt ist.

Der Landkreis Aschaffenburg umschließt die kreisfreie Stadt in Form eines Hufeisens, wobei der westliche Schenkel schmaler ist als die Seite im Osten. Im Norden grenzt der Landkreis an das Bundesland Hessen. Folgende Gemeinden des Kreises liegen direkt an der Stadt Aschaffenburg:

Im Süden schließt sich an das Stadtgebiet von Aschaffenburg der unterfränkische Landkreis Miltenberg an, dessen Gemeinden Sulzbach am Main und Niedernberg sich bis zur Stadtgrenze erstrecken.

Stadt Aschaffenburg – die Wirtschaft

Die Leistung der Wirtschaft der Stadt Aschaffenburg ist im Vergleich zum bayernweiten Durchschnitt bemerkenswert. So wurde im Jahr 2016 innerhalb der Stadtgrenzen von Aschaffenburg ein Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 5,132 Milliarden Euro erzielt. Das entspricht einem BIP von 74.152 Euro pro Kopf. Der Vergleichswert für Bayern lag im gleichen Jahr bei 44.125 Euro und deutschlandweit bei 38.180 Euro. Diese Leistungskraft strahlt auf das Umland aus, viele Unternehmen haben sich in den umliegenden Gemeinden angesiedelt.

Traditionell war Aschaffenburg ein bedeutender Standort der Textilindustrie. Allerdings wurde die Produktion bereits vor Jahrzehnten in Länder mit niedrigerem Lohnniveau verlagert. Trotzdem unterhalten viele Traditionsunternehmen der Branche weiterhin hier ihren Sitz und die Kunden strömen zu den angeschlossenen Outlet Stores wie Eduard Dressler Herrenmode, Comazo Dessous und Nachtwäsche oder f.a.n. Frankenstolz Matratzen und Bettwaren.

Bis heute ist Aschaffenburg ein Standort der Papierindustrie, da der nahe gelegene Spessart für reichen Nachschub an Holz sorgt. Mehrere Papierhersteller und ein großes Sägewerk sind auf dem Standgebiet angesiedelt, andere Unternehmen unterhalten ihren Sitz in den Nachbargemeinden im Landkreis. Dazu kommen zwei große Werke der Automobilzulieferindustrie, weitere Zulieferbetriebe sowie der weltweit zweitgrößte Hersteller von Gabelstaplern.

Stadt Aschaffenburg – Sehenswürdigkeiten

Bewohner und Besucher der Stadt Aschaffenburg finden Abwechslung bei vielen verschiedenen Sehenswürdigkeiten. Zu den bekanntesten Bauwerken zählen:

Im Schönborner Hof gibt das Stadt- und Stiftsarchiv Auskunft über die Geschichte der Stadt und einiger Gemeinden des Landkreises. Elf Museen laden zum Besuch ein, Entspannung finden Bewohner und Touristen in den Parks der Stadt. Zur Wahl stehen Folgende:

Stadt Aschaffenburg – die Politik

Das politische Klima gestaltete sich in der Stadt und im Landkreis Aschaffenburg sehr unterschiedlich. In der Stadt Aschaffenburg stellte die CSU den ersten Bürgermeister nach dem Zweiten Weltkrieg. Vinzenz Schwind konnte von 1945 bis 1970 die Wähler überzeugen und bestimmte die Politik der Stadt, allerdings verließ er die CSU 1952 zugunsten der von ihm mitbegründeten „Überparteilichen Einheitsliste“. Seitdem kommt der Bürgermeister bisher immer aus der SPD, die nur wenige Sitze im Stadtrat hinter der CSU liegt. Aktuell ist der 2020 gewählte Jürgen Herzing das Stadtoberhaupt.

Ganz anders sieht es im Landkreis Aschaffenburg aus. Dieser befindet sich fest in Hand der CSU, die bei den letzten Wahlen rund 40 Prozent der Stimmen erhielt. Seit 1945 kamen alle Landräte aus der CSU, so auch Alexander Legler, der seit Mai 2020 im Amt ist.

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