Coronavirus: Der Weilheimer Hausarzt Christian Lübbers freut sich - er darf jetzt AstraZeneca an alle impfen, die wollen.
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Coronavirus: Der Weilheimer Hausarzt Christian Lübbers freut sich - er darf jetzt Astrazeneca an alle impfen, die wollen.

Öffnung erinnert Mediziner an DDR

Bayerische Hausärzte freuen sich über Priorisierungs-Stopp: Astrazeneca kein „saures Bier“

Hausärzte in Bayern dürfen AstraZeneca jetzt an alle impfen. Die Bereitschaft der Bürger wächst. Beides freut die Mediziner.

München – In Bayern darf ab sofort Astrazeneca* an alle Personen ab 18 Jahren verimpft werden. „Erfreulicherweise“, sagt Marc Block, Hausarzt in Zorneding und Ärztlicher Koordinator im Landkreis Ebersberg. In den vergangenen Wochen mussten er und seine Kollegen in Gesprächen bei älteren Patienten noch Überzeugungsarbeit leisten. „Wir mussten Astrazeneca anbieten wie saures Bier“, sagt Block. Das hat sich nun geändert: „Die Bereitschaft ist jetzt da.“ Vor allem Patienten, die erst in ein paar Wochen die Chance auf eine Impfung* gehabt hätten, würden das Angebot annehmen.

Bayern impft: Astrazeneca-Termine in Weilheim gefragt - die Impf-Lieferung klappt aber noch nicht perfekt

Auch im Landkreis Weilheim-Schongau nehmen jüngere Patienten das Impf-Angebot wahr. Der telefonische Ansturm bliebe jedoch bislang aus, sagt der Weilheimer Arzt Christian Lübbers. Patienten, die eine Corona*-Impfung wünschen, könnten sich allerdings per E-Mail auf eine Warteliste setzen lassen.

Etwas schwierig sei bisher jedoch die Versorgung der Praxen mit Impfstoffen. „Wir erfahren oft erst sehr kurzfristig, was wir in der kommenden Woche erhalten“, sagt Lübbers. Für die nächste Woche steht allerdings schon fest: Die Weilheimer Praxis wird ausschließlich Biontech, aber keine einzige Ampulle Astrazeneca erhalten.

Astrazeneca-Impfung in Bayern: Freisinger Arzt befürchtet Ansturm - und ist an DDR erinnert

In Kranzberg im Landkreis Freising befürchtete Hausarzt Michael Haslbeck bereits in dem Moment einen Ansturm, als er die Nachricht von Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek erfuhr. Er dachte an den DDR-Politiker Günter Schabowski: „Der hat 1989 in der legendären Pressekonferenz gesagt, dass die Grenzen offen sind. Und dasselbe habe ich mir auch bei der Aussage des Gesundheitsministers gedacht.“ Am Donnerstagmorgen wollten bereits die ersten Patienten unter 60 Jahren eine Impfung mit Astrazeneca. Die Ration in der Hausarztpraxis war allerdings schon aufgebraucht. Und nächste Woche erhält Haslbeck und sein Team wie viele andere Praxen keine Ampullen.

Coronavirus: „Können nächste Woche kein Astrazeneca impfen“ - Vorräte in Rosenheim nach Ansturm verspritzt

Dasselbe passiert auch in Rosenheim, in der Praxis von Hausarzt Nikolaus Klecker. „Wir können nächste Woche kein Astrazeneca impfen“, sagt Klecker. Jedoch habe er bereits am gestrigen Donnerstag schon einige Patienten mit dem Vakzin geimpft. „Keiner hat gemeckert“, sagt Klecker. Am Telefon sehe das manchmal anders aus. „Habt ihr den guten oder schlechten Impfstoff da?“, lauten ein paar Anfragen. Seine Angestellten, sagt er, würden seit Wochen wegen der Impfungen „Unglaubliches leisten“. Sogar in den Mittagspausen wird teilweise telefoniert, um Termine, Impfungen und Anrufe zu koordinieren. „Hier wäre eine Bonuszahlung seitens der Regierung mal angebracht“, fordert der Rosenheimer Arzt. (lif/mes) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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