Betroffenheit an Klinikum

Nach Astrazeneca-Impfung: Krankenpflegerin aus Bayern stirbt - Prüfung zur Klärung läuft

  • Lukas Schierlinger
    vonLukas Schierlinger
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Anfang März hatte sie ihre Astrazeneca-Impfung erhalten, knapp zwei Wochen später ist eine Krankenpflegerin aus Bayern gestorben. Nun laufen Untersuchungen.

Immenstadt/Kempten - Im Allgäu ist eine 55-jährige Krankenpflegerin nach einer Impfung mit Verdacht auf Hirnvenenthrombose (Blutgerinnsel im Gehirn) verstorben. Zuvor war der Angestellten am Klinikum Immenstadt das Astrazeneca-Vakzin* verabreicht worden, wie der Landkreis Oberallgäu und der Klinikverbund Kempten am Montag (22. März) mitteilten. Ein ursächlicher Zusammenhang mit dem Impfstoff könne nicht ausgeschlossen werden, hieß es aus Immenstadt.

Corona in Bayern: Krankenpflegerin stirbt kurz nach Astrazeneca-Impfung - Zusammenhang nicht bestätigt

Ersten Medienberichten zufolge war die Krankenpflegerin bereits am 3. März mit der ersten Astrazeneca-Dosis geimpft worden. Sieben bis acht Tage später habe sie unter starken Symptome gelitten und sei mit schweren Kopfschmerzen ins Krankenhaus gekommen. Am dritten März-Wochenende sei die Frau schließlich im Klinikum Kempten gestorben.

Nach ersten Untersuchungen gehen Mediziner offenbar von einer Hirnvenenthrombose aus und schließen nicht aus, dass der Tod der Pflegerin im Zusammenhang mit der Impfung stehe. Aufschluss soll nun auch eine Obduktion des Leichnams bringen. Das für die Bearbeitung von Impfkomplikationen zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI) ist bereits mit dem Fall befasst. In Bayern war zuvor eine 37-Jährige nach ihrer Impfung mit dem umstrittenen Vakzin gestorben. Ob ein Zusammenhang besteht, ist auch in diesem Fall noch nicht geklärt*.

Kempten/Immenstadt: Pflegerin kurz nach Astrazeneca-Impfung tot - Paul-Ehrlich-Institut informiert

Für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sei die Nachricht ein großer Schock gewesen, wird Ricardo Felberbaum, Ärztlicher Direktor des Klinikums Kempten, in einer Pressemitteilung zitiert. Nach Angaben des Paul-Ehrlich-Instituts hatte sich die Zahl der gemeldeten Sinusvenenthrombosen, einer speziellen Form von Hirnvenenthrombosen, nach Impfung mit dem Astrazeneca-Impfstoff bis zum vergangenen Freitag (19. März) auf 14 erhöht.

Die EU-Arzneimittelbehörde (EMA) hatte den Corona*-Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca Mitte März nach einer Überprüfung für „sicher und wirksam“ erklärt*. Der Nutzen überwiege die Risiken, hieß es nach Berichten über Hirnvernenthrombosen im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung. In Deutschland wurden die vorübergehend ausgesetzten Impfungen mit Astrazeneca daraufhin wieder aufgenommen.

Für Aufsehen hatten zuvor mehrere Fälle in Österreich gesorgt. Hier wurde ein Zusammenhang zwischen einem Todesfall und der Astrazeneca-Impfung mittlerweile bestätigt. Allerdings sagte die Expertin Sabine Eichinger von der MedUni Wien im Gespräch mit dem ORF auch: „Dieses Ereignis ist sehr, sehr selten und wird nur bei ganz wenigen Patienten vorkommen“. (lks/afp)

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

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