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Die Erstaufnahmeeinrichtungen - wie die Bayernkaserne in München - sind extrem überfüllt.

Erstaufnahmen erneut extrem überfüllt

Asyl: Durch Feiertag und Bahnstreik droht Notfallplan

München – Es gibt kaum noch freie Betten in Bayerns Erstaufnahmeeinrichtungen. Wegen des Feiertags könnte sich die Situation diese Woche zuspitzen – und erneut der Notfallplan in Kraft treten.

Lange Wochenenden sind für die bayerischen Erstaufnahmeeinrichtungen jedes Mal aufs Neue einer Herausforderung. Weil die Flüchtlinge an Feiertagen nicht in die Dependancen weitergeleitet werden können – aber trotzdem neue Asylbewerber in den Unterkünften ankommen.

Seit einigen Tagen sind alle Einrichtungen in Bayern wieder extrem voll. Allein in der Münchner Bayernkaserne sind aktuell 1230 Menschen untergebracht, in ihren Dependancen weitere 3000. Pro Tag kommen rund 220 neue Flüchtlinge in München an. Die extrem hohe Belegung in den Erstaufnahmen ist mitunter eine Folge des Bahnstreiks. Nicht alle Flüchtlinge konnten mit Shuttlebussen an andere Einrichtungen weitergeleitet werden, berichtet eine Sprecherin der Regierung von Oberbayern.

Am Donnerstag könnte sich durch den Feiertag die Situation so sehr zuspitzen, dass zum Wochenende wieder der Notfallplan in Kraft treten könnte. Beim Treffen des Lenkungsstabs am Freitag sei das zwar noch nicht beschlossen, aber bereits durchgespielt worden, berichtet ein Sprecher des Bayerischen Landkreistags. „Die Erstaufnahmen haben ihre Belastungsgrenze alle erreicht“, sagt er. „Wenn die Flüchtlingszahlen bis Freitag dramatisch ansteigen, könnte der Notfallplan in Kraft treten.“ Dann würde die Regierung von Oberbayern die Landkreise informieren, wie viele Flüchtlinge sie übergangsweise in den gemeldeten Notunterkünften aufnehmen müssen.

„Mit Pfingsten stehen sogar zwei lange Wochenenden bevor“, sagt Daniela Schürf, Sprecherin des Sozialministeriums. Bayerns Sozialministerin Emilia Müller (CSU) appelliert daher an alle Kommunen, sich weiterhin intensiv um neue Unterbringungsmöglichkeiten für Flüchtlinge zu bemühen. Es sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die nur bewältigt werden könne, wenn alle an einem Strang ziehen. Leonhard Stärk, der Landesgeschäftsführer des Bayerischen Roten Kreuz (BRK), reagiert mittlerweile verärgert auf Appelle wie diese. Er fordert mehr Verständnis für die Situation der freiwilligen Helfer in den Kommunen: „Das Ehrenamt stößt inzwischen an seine Grenzen. Das ist eine Riesenbelastung, die man nicht dauerhaft auf dem Rücken der Ehrenamtler stemmen kann. Die Menschen haben ja auch noch Berufe. Sie sind nicht ewig belastbar.“ Das Problem werde sich noch verschärfen, wenn im Juni der G7-Gipfel und später die Ferienzeit anbreche.

Katrin Woitsch und Mike Schier

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