Polizei kontrolliert Flüchtlinge

Asylbewerber wollen zu Fuß nach München

Bayreuth - In Bayreuth und Würzburg haben sich Dutzende Asylbewerber zu einem Protestmarsch formiert. Sie wollen zu Fuß nach München laufen. Doch eine Gruppe wurde von der Polizei aufgehalten.

In Bayreuth und Würzburg haben sich am Dienstag Flüchtlinge zu zwei Protestmärschen formiert. Die Asylsuchenden wollen nach eigenen Angaben zu Fuß nach München laufen und so auf ihre Situation aufmerksam machen. Unterwegs wollen sie in Flüchtlingsunterkünften Station machen und um weitere Teilnehmer werben. Die Ankunft in der Landeshauptstadt ist nach Angaben eines Projektsprechers am 4. September geplant.

Polizei kontrolliert protestierende Flüchtlinge

Doch kurz nachdem die beiden Protestmärsche gestartet waren, wurden sie von der Polizei gestoppt, um die Papiere der Teilnehmer zu kontrollieren. Einige Asylbewerber durften den Marsch nach Angaben von Polizeisprechern nicht fortsetzen, weil sie gegen die sogenannte Residenzpflicht verstoßen hatten. Diese beschränkt die Bewegungsfreiheit von Flüchtlingen auf ein bestimmtes Gebiet, das sie nur mit Sondererlaubnis verlassen dürfen. „Alle die, die Freizügigkeit genießen, dürfen die Wanderung fortsetzen“, sagte der Sprecher. Ein Teilnehmer sei festgenommen worden, weil er Widerstand gegen die Feststellung seiner Personalien geleistet habe. Fünf Flüchtlinge durften wegen der Residenzpflicht nicht weiterziehen.

Die Flüchtlinge kritisieren mit ihrer Aktion die bayerische Asylpolitik: die Unterbringung in Gemeinschaftsunterkünften, die Zuteilung von Essenspaketen und die Residenzpflicht. Von Bayreuth aus starteten nach Polizeiangaben am Dienstag etwa 50 Protestierende. In den vergangenen Monaten gab es in Bayern immer wieder Protestaktionen von Asylsuchenden, so etwa einen aufsehenerregenden Hungerstreik in der Münchner Innenstadt.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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