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Solaranlagen – auch auf der grünen Wiese – sollen massiv zunehmen. Söder rechnet mit einem Bedarf von 15 000 Hektar.

Atomausstieg: So soll das Energieland Bayern aussehen

München - Mindestens 1000 neue Windräder, Felder voller Photovoltaikanlagen, Solarberge. Die Pläne der Staatsregierung machen deutlich: Die Energiewende wird die bayerische Landschaft verändern.

Markus Söder bedient sich, mal wieder, der ganz großen Worte. Der CSU-Umweltminister hat die Vision einer epochalen Wende. Einst habe sich Bayern vom Agrar- zum Industrieland gewandelt, später sei es zum Hightech-Land geworden. Nun, so prophezeit es Söder, werde der Freistaat zum „Energieland“ werden. Zwar ist noch nicht klar, ob sich der Christsoziale mit all seinen Ideen durchsetzen wird. Denn das offizielle Atomausstiegs-Konzept der bayerischen Staatsregierung hat Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) entworfen - und der steht einer schnellen Wende deutlich skeptischer gegenüber (wir berichteten). Doch auch in Zeils Papier wird klar: Der Atomausstieg wird in der bayerischen Landschaft Spuren hinterlassen.

In einem sind sich die beiden Minister einig: Sonnenstrom, der bisher knapp sechs Prozent des bayerischen Bedarfs deckt, soll in etwa zehn Jahren rund 16 Prozent ausmachen. Diese Steigerung wird sich nicht allein durch Photovoltaik-Anlagen auf Hausdächern erreichen lassen. Deshalb sind Felder voller Solarzellen, die vielen Politikern vor kurzem noch ein Dorn im Auge waren, plötzlich äußerst beliebt. Das Wirtschaftsministerium will im Zuge der Reform der Landesplanung „Gebiete für neue Freiflächenphotovoltaik-Anlagen ermöglichen“. Das Umweltministerium geht - inklusive der Dächer - von einem Flächenbedarf von 15 000 Hektar aus. Söder hat auch hierfür prägnante Formulierungen gefunden. Ihm schweben „Solarparks“ und „Solarberge“ vor, die auf Müllbergen und ehemaligen Deponien sowie entlang von Autobahnen und Bahn-Schienen entstehen sollen.

Zudem wird im Freistaat eine Vielzahl neuer Windräder gebaut werden. Zeil hält es für möglich, dass Windenergie, durch die derzeit nicht einmal ein Prozent des bayerischen Stroms erzeugt wird, in zehn Jahren rund sechs Prozent deckt. Dafür müssten etwa 1000 neue Anlagen errichtet werden. Söder schweben 1500 Windräder vor, die zehn Prozent des Bedarfs liefen sollen. Der CSU-Politiker denkt dabei vor allem an Standorte in Naturparks und Staatsforsten im windreichen Ostbayern.

Und auch an Bayerns Flüssen wird sich etwas tun. Beide Minister wollen den Anteil der Wasserkraft, der derzeit bei etwa 15 Prozent liegt, auf rund 17 Prozent erhöhen. Das soll vor allem durch die Modernisierung bestehender Anlagen gelingen - doch sowohl Zeil als auch Söder planen auch Neubauten. Konkret nennt der Umweltminister ein Vorhaben an der Salzach. Dort solle das „ökologischste Wasserkraftwerk der Welt“ entstehen.

Eher moderat soll auch der Beitrag der Bioenergie steigen, der derzeit rund sieben Prozent beträgt. Wirtschaftsminister Zeil schweben 8,2 Prozent vor. Der Umweltminister will maximal zehn Prozent, wofür die Zahl der bayerischen Biogasanlagen von 2000 auf 3000 steigen müsste. Zum Land der Energiepflanzen will er Bayern aber nicht machen. Söder setzt hier vor allem auf Abfälle und Gülle.

Andreas Zimniok

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