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Lediglich drei Dutzend Kernkraftgegner erschienen zur Diskussions-Veranstaltung in Passau. Tausende hätten Platz gehabt.

Atomkraft in Grenznähe: Diskussion floppt

Passau - Kaum Anklang fand eine Diskussions-Veranstaltung zum Ausbau des grenznahen Atomkraftwerks Temelin in Passau. Zu beschwerlich waren die Teilnahme-Voraussetzungen.

Deutschland will bis 2022 aus der Atomenergie aussteigen. Nachbar Tschechien plant unterdessen sein Atomkraftwerk Temelin, nahe der bayerischen Grenze, auszubauen. Das Interesse der bayerischen Bevölkerung an einer Diskussion darüber war jedoch äußerst gering.

In die mehrere tausend Menschen fassende Halle hatten sich bis zum Mittag etwa drei Dutzend Menschen eingefunden. 30 tschechische Experten vom Umweltministerium, Atomsicherheitsamt und vom Betreiber des Kernkraftwerkes waren nach Passau gekommen, um die Fragen der deutschen Bevölkerung zu beantworten.

Die tschechische Regierung plant, das rund 60 Kilometer von der deutschen Grenze entfernte Atomkraftwerk um zwei Blöcke zu erweitern. Wegen seiner Kombination von amerikanischen Leitsystemen mit russischer Reaktortechnik ist der Atommeiler umstritten. Immer wieder hatten sich Zwischenfälle ereignet, zuletzt Mitte März.

Die wenigen Kernkraftgegner, die am Vormittag vor der Halle gegen den Ausbau demonstriert hatten, kritisierten vor allem den ungünstigen Zeitpunkt. „Außer Rentner und Arbeitslose hat doch niemand am Vormittag Zeit“, sagte Isolde Mühlbauer aus dem Grenzlandkreis Cham. Zudem habe es Probleme bei der Anmeldung und bei dem Einlass zu der unter strengen Sicherheitsvorkehrungen abgehaltenen Veranstaltung gegeben.

Nach Angaben des bayerischen Umweltministeriums waren aus Deutschland mindestens 18.000 Einwände gegen den Ausbau Temelins bei der tschechischen Regierung eingegangen. Dass trotzdem nur so wenige Menschen nach Passau gekommen waren, will Umweltminister Marcel Huber (CSU) aber nicht negativ werten. Die Veranstaltung sei nur ein Baustein von vielen, die Bedenken der bayerischen Bevölkerung vorzutragen, sagte Huber, der nicht in Passau war. „Wir werden uns weiter dafür einsetzen, dass alle Stellungnahmen berücksichtigt werden“, betonte Huber. Er wolle Tschechien vom bayerischen Weg der Energieversorgung aus erneuerbaren Energien überzeugen.

dpa

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