Noch keine Vernehmung des Attentäters

Attentat in Würzburg: Mehr Menschen verletzt als bisher bekannt - Neue Details veröffentlicht

  • Thomas Eldersch
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Innenminister Joachim Herrmann informierte am Mittwoch den Landtagsausschuss zum aktuellen Ermittlungsstand zum Attentat in Würzburg.

Würzburg - Knapp zwei Wochen ist das schreckliche Attentat in der Innenstadt von Würzburg* mittlerweile her. Drei Menschen verloren an diesem Tag ihr Leben. Noch mehr wurden bei der Messerattacke verletzt. Am heutigen Mittwoch (7. Juli) wurde die Zahl der Verletzten noch einmal nach oben korrigiert.

Messerattacke in Würzburg: Herrmann stellt neue Zahlen zu den Verletzten vor

Insgesamt habe es drei tote Frauen gegeben sowie fünf lebensgefährlich verletzte Menschen und vier Leichtverletzte, sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Mittwoch in einem Landtagsausschuss in München. Bislang hatte die Polizei immer von zwei Leichtverletzten gesprochen. Sie meinten damit eine 26-jährige Frau und einen 52-jährigen Mann. Nun ist klar, dass auch ein 38-Jähriger und ein weiterer 52-Jähriger an dem Abend verletzt wurden.

Herrmann sagte, der Täter habe am 25. Juni viele Opfer mit einem Küchenmesser angegriffen, dessen Klinge rund 33 Zentimeter lang ist. Vor allem habe der Somalier auf Kopf und Hals der Betroffenen eingestochen. Ob der 24-Jährige gezielt Frauen attackierte, sei noch unklar. „Das kann natürlich auch Zufall sein.“ In dem Kaufhaus, in dem er das Messer besorgt hatte, starben eine 24-Jährige, eine 49-Jährige und eine 82-Jährige. Lebensbedrohlich verletzt wurden drei Frauen im Alter von 52, 39 und 73 Jahren. Auch ein 11-jähriges Mädchen und ein 16-jähriger Junge wurden schwer verletzt.

Messerattacke in Würzburg: Vergangenheit des Attentäters wird beleuchtet

Noch könne auch ein islamistischer Hintergrund der Tat nicht ausgeschlossen werden, so Herrmann. Gleichwohl gebe es „gewichtige Anhaltspunkte für eine psychische Beeinträchtigung“. Die Ermittlungen seien noch nicht abgeschlossen. Es gebe außerdem Untersuchungen zur Vorgeschichte des 24-Jährigen in seinem Heimatland Somalia. Unklar sei, ob er damals regierungskritisch eingestellt gewesen sei und wie er der Terrororganisation Al-Shabaab gegenüberstand. „Das ist alles etwas diffus“, sagte Herrmann.

Der 24-Jährige wurde erstmals 2015 in Deutschland registriert. Seitdem fiel er mehrmals wegen psychiatrischer Probleme auf. Bisher hätten die Behörden aber keine Hinweise darauf gehabt, dass der Mann andere Menschen gefährden könnte. Die Voraussetzungen für eine dauerhafte Unterbringung in einer Psychiatrie lagen den Ermittlern zufolge nicht vor. (tel/dpa) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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Rubriklistenbild: © Nicolas Armer/dpa

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