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Allein unter Hühnern: Michael Häsch, Geflügelhalter aus Dietramszell, in seinem Stall.

Belastete Eier

Auch in Bayern: Kampf gegen die Milbe im Stall

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Ein Insektenschutzmittel hat den Skandal um belastete Eier ausgelöst. Bayerns Geflügelhalter kämpfen schon lange gegen die leidige Milbe im Stall. Die Folgen sind nicht abzuschätzen.

München – Der kleine Blutsauger ist nicht mal einen Millimeter groß – und kann doch einen riesigen Schaden anrichten. Die Rote Vogelmilbe ist eines der größten Probleme für Hühnerhalter. Wird sie nicht bekämpft, befällt sie ganze Ställe. Die betroffenen Tiere werden unruhig und krankheitsanfällig. Im Extremfall können sie an Blutmangel sterben. Der Versuch, die Ausbreitung dieser Milbe zu verhindern, hat in den Niederlanden dafür gesorgt, dass Millionen von mit Insektengift belasteten Eiern in den Handel gekommen sind.

„Da steckt kriminelle Energie dahinter“

„Da steckt kriminelle Energie dahinter“, sagt Michael Häsch. Er hält in Dietramszell (Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen) 16 000 Hühner und ist beim Landesverband der Bayerischen Geflügelwirtschaft für den Fachbereich Legehennen zuständig. Denn um die Ausbreitung von Schädlingen zu verhindern, beauftragten die Betriebe eine Fremdfirma zur Stallreinigung. „Die betroffenen Betriebe sind davon ausgegangen, dass dabei ein Biomittel eingesetzt wird“, sagt Häsch. Doch offenbar hat das Unternehmen zu dem Reinigungsmittel „Dega-16“, das eigentlich nur auf ätherischen Ölen wie Menthol und Eukalyptus beruht, das giftige Fipronil gemischt. Dem „Spiegel“ zufolge steht ein Chemikalienhändler aus Belgien im Zentrum der Ermittlungen. Dieser soll in einer Fabrik in Rumänien große Mengen des Tiermedikaments Fiprocid geordert haben, das den gefährlichen Wirkstoff Fipronil enthält.

„In Bayern war diese Firma soweit wir wissen nicht im Einsatz“, sagt Häsch. Dass laut Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit hunderttausende Insektizid-Eier nach Bayern geliefert wurden, liege daran, dass ein Produzent niederländische Eier zugekauft habe, um Discounter beliefern zu können, erklärt der Geflügelhalter.

„Das Milbenproblem ist weit verbreitet“

In Bayerns Ställen werde in der Regel aber anders gegen Schädlinge vorgegangen, sagt Häsch. „Ich verwende in meinem Betrieb Silikatstäube. Das ist in den bayerischen Betrieben, die meist deutlich kleiner sind als in Holland, weit verbreitet.“ Dieser Staub wird im Stall verteilt, bleibt im Federkleid der Tiere hängen und tötet die blutdürstige Milbe. „Das Milbenproblem ist weit verbreitet“, sagt Häsch. „Und zwar nicht nur bei den großen Betrieben. Das betrifft jeden Halter.“ Dagegen vorzugehen, sei im Sinne des Tierwohls – und des Verbrauchers.

Am Freitag hat Aldi beschlossen, sämtliche Eier aus dem Verkauf zu nehmen und nur noch Lieferungen mit negativem Fipronilnachweis anzunehmen. Welche Folgen das für die bayerischen Betriebe hat, würden erst die nächsten Wochen zeigen, sagt Häsch. „Aber es besteht natürlich die Gefahr, dass der Verbraucher erst mal ganz auf Eier verzichtet.“ Er empfiehlt, gezielt nach Eiern aus Bayern Ausschau zu halten. „Wichtig ist der Stempel auf dem Ei, nicht auf der Verpackung“, sagt Häsch. Die Nummer „09“ nach der Herkunftsbezeichnung „DE“ für Deutschland stehe für Bayern.

Lesen Sie auch: Ei-Skandal: Fipronil auch in Kuchen und Nudeln?

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