Auf der A3

1000 Ferkel in der Hitze-Hölle

Weibersbrunn - Schlimme Tierquälerei auf der A 3. Ein Lkw-Fahrer hat im Stau die Kühlung ausgestellt. Seine Ladung: 1000 Ferkel. Im Inneren des Fahrzeugs herrschten unerträgliche Temperaturen. Die Tiere wären fast gestorben. Doch eine aufmerksame Autofahrerin hat die Polizei alarmiert.

Freitagnachmittag, Stau auf der Autobahn 3 bei Weibersbrunn im Landkreis Aschaffenburg. Es hat 30 Grad. Und eine Autofahrerin traut ihren Augen kaum. In einem rumänischen Tiertransporter sieht sie, wie hunderte Schweine in der prallen Sonne ausharren müssen. Sie können sich kaum mehr rühren und sind sogar zu schwach, um zu trinken. Die Frau merkt, dass hier was nicht stimmt – und ruft geistesgegenwärtig bei der Polizei an. Sofort macht sich eine Streifenbesatzung der Verkehrspolizeiinspektion Aschaffenburg auf den Weg zu dem Viehtransporter.

Bei der anschließenden Kontrolle stellt sich heraus: Möglicherweise hat der Anruf der Frau den Ferkeln das Leben gerettet. 990 Tiere brüten, teilweise übereinander liegend in dem Lkw. Die Polizei spricht von einer „unerträglichen Hitze“, die dort geherrscht hat. Der Grund: Der 44-jährige Fahrer hatte im Stau die Kühlung ausgeschaltet – vermutlich um Sprit zu sparen. Der Fahrer, der schon eine Stunde im Stau verbracht hatte, versuchte noch zu retten, was zu retten war. Als die Polizei bei ihm eintraf, so heißt es in dem Pressebericht, „verließ er blitzschnell die Fahrerkabine, um am Auflieger die Kühlung einzuschalten“. Aber die Ordnungshüter durchschauten das Manöver des Mannes. Die Beamten alarmierten sofort eine naheliegende Feuerwehr, die wenig später für eine Berieselung der Ferkel sorgte. „Glücklicherweise“, schreibt die Polizei, „erholten sich die Tiere zusehends. Sie standen dann auch wieder auf und gelangten an das Wasser, so dass es ihnen nach relativ kurzer Zeit wieder merklich besser ging.“

Bei ihrer Kontrolle stellten die Beamten weitere Nachlässigkeiten fest: Aufgrund fehlenden Frischwassers war das Tränkesystem lediglich in Teilen des Sattelaufliegers funktionsfähig. Außerdem war eine gesetzlich vorgeschriebene Temperaturüberwachung von der Zugmaschine aus nicht möglich.

Zwei herbeigerufene Amtstierärztinnen aus Aschaffenburg kümmerten sich vor Ort um die Ferkel. Gegen den 44-jährigen Rumänen wurde eine Sicherheitsleistung in Höhe von 1500 Euro erhoben, danach durfte er seine Reise in Richtung seines Heimatlandes wieder fortsetzen. Gegen ihn wird nun wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz ermittelt.

sts

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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