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Ein Motorradfahrer kam ums Leben, nachdem er auf der Ölspur ausgerutscht war

Polizei jagt irren Motorrad-Hasser

Kempten - Am frühen Sonntagabend ist ein Motorradfahrer im Unterallgäu ums Leben gekommen. Ursache war eine Ölspur auf der Straße. Offenbar ist diese absichtlich gelegt worden.

Sonntagnachmittag – noch herrscht gutes Wetter für einen Motorradausflug. Um 17 Uhr fährt der zweifache Familienvater Josef D. (37) mit seiner Honda auf der Staatsstraße 2013 zwischen Markt Rettenbach und Ottobeuren (Kreis Unterallgäu). Der als umsichtig geltende Biker kennt als Einheimischer jeden Streckenabschnitt. Doch plötzlich rutscht ihm in einer Rechtskurve die Maschine auf einer Öllache weg, seine schlingernde Honda rammt ein entgegenkommendes Auto. Polizisten aus Memmingen versuchen noch, das Leben des Motorradfahrers zu retten, doch sie können dem Josef, der seit Jahrzehnten aktiv war bei der Feuerwehr und im Musikverein, nicht mehr helfen. War es ein Unfall wie so viele? Oder steckt die Bösartigkeit eines irren Motorradhassers dahinter? Fakt ist: Eine Dreiviertelstunde nach dem tödlichen Unfall meldet sich ein Zeuge, dass es mehrere Öllachen auf den Straßen um Markt Rettenberg gibt. Mindestens zehn mit Öl gefüllte Flaschen wurden wohl auf die Fahrbahn geworfen. Die Fahndung läuft, eine zehnköpfige Ermittlungsgruppe ist im Einsatz. Es geht immerhin um einen „gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr mit Todesfolge“.

In der Gemeinde sorgte der plötzliche Tod des Familienvaters – Josef D. hinterlässt neben der Ehefrau noch zwei Kinder im Alter von fünf und zehn Jahren – für große Bestürzung. Markt Rettenbachs Bürgermeister Alfons Weber, der Josef D.nur einen Tag vor dem Unfall getroffen hat, sagt: „Alle sind entsetzt. Die gesamte Gemeinde trauert momentan mit der Familie.“ Aber es sei auch eine Art innere Wut da, wie es so einen, „ich möchte schon sagen sinnlosen Anschlag geben kann“. Auch beim heimischen Motorradklub stehen die Mitglieder unter Schock – und sind wütend. Renee sagt: „Wer so etwas macht, muss wissen, dass so etwas passieren kann! Er hat den Kindern den Vater genommen und der Frau den Mann.“

Bei den Ermittlern sorgt der Fall für Aufsehen. „Wir wissen noch nicht, wer dahinter steckt, von so einem Vorgang habe ich noch nie gehört“, erklärt Polizeisprecher Alexander Resch. Im Polizeipräsidium Schwaben-Südwest laufen die Ermittlungen zusammen. Niemand weiß derzeit, ob es sich bei dem oder den Tätern „um völlig durchgeknallte Menschen“ handelt, oder ob der Unfall nur die Folge eines üblen Streichs war. Eine weitere Version: Jemand hat eine ungesicherte Ladung Olivenöl – abgefüllt in Glasflaschen – verloren.

Auch das Bayerische Landeskriminalamt ist eingebunden, dort wird die Beschaffenheit des Öls analysiert. Ein gezielter Anschlag auf Josef D. scheidet wohl aus. Dagegen sprechen die vielen verschiedenen Orte der Öllachen.

KW

Motorradfahrer (37) stirbt: Hat jemand absichtlich eine Ölspur gelegt?

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