Verwirrung nach Explosion im New Yorker Stadtteil Manhattan

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Das Atomkraftwerk Gundremmingen im schwäbischen Landkreis Günzburg.

Qualitätssicherungsfehler

Aufklärung über „defekte“ Brennelemente im Atomkraftwerk Gundremmingen

Nach den Berichten über Probleme mit Brennelementen im Atomkraftwerk Gundremmingen verlangten die Grünen eine Aufklärung über den Fall. Eine Gefährdung wurde ausgeschlossen.

Gundremmingen - Nach einer Produktionspanne bei dem französischen Hersteller Areva sind betroffene Brennelemente auch im Atomkraftwerk im schwäbischen Gundremmingen verwendet worden. Wie ein Sprecher des RWE-Konzerns am Dienstag erklärte, haben die Brennelemente „Spezifikationsabweichungen“. Ein Defekt sei an den Brennstäben allerdings nicht festgestellt worden. Eine Gefährdung durch die Brennelemente schließt RWE aus.

Zuvor hatten das Schweizer Fernsehen und der Bayerische Rundfunk über die Probleme mit den Brennelementen in Gundremmingen berichtet. Die Grünen im bayerischen Landtag verlangten von der Staatsregierung Aufklärung über den Fall.

Bei den betroffenen Elementen des Kerntechnikunternehmens Areva sind Qualitätssicherungsfehler festgestellt worden. Die Atomaufsicht in der Schweiz hatte vergangene Woche von 22 Elementen im Atommeiler Leibstadt berichtet, wovon allerdings erst sechs im Reaktor waren. Diese sollen nun ausgetauscht werde. Auch in französischen Kraftwerken wurden entsprechende Brennelemente eingesetzt.

Die Probleme sollen die Hüllen der Brennelemente betreffen. An den sogenannten Hüllrohren sollen Abweichungen festgestellt worden sein, beispielsweise Kratzer. In Gundremmingen sollen zwei Brennelemente noch im Einsatz sein, zwei weitere seien bereits im Abklingbecken, erklärte RWE-Sprecher Jan Peter Cirkel. „Die betroffenen Brennelemente werden seit fünf Jahren befund- und defektfrei ohne Auffälligkeiten betrieben.“ Auch Hersteller Areva NP betonte, dass keins der betroffenen Elemente bisher einen Mangel während des Einsatzes im Reaktor gezeigt habe.

Bayerns Atomaufsicht ist nach Angaben von RWE informiert worden. Der Energiekonzern hält es derzeit nicht für nötig, den Block C des Kraftwerks im Landkreis Günzburg runterzufahren, um die Brennstäbe auszutauschen. Der energiepolitische Sprecher der Landtags-Grünen, Martin Stümpfig, kritisiert dieses Vorgehen. „Es ist vollkommen unverständlich und grob fahrlässig, wie hier gehandelt wird.“ Die bayerische Atomaufsicht drücke „wieder mal alle Augen zu, wenn es in Gundremmingen zu Verstößen kommt“.

Dies wies ein Sprecher des Umweltministeriums in München zurück: „Eine erste sicherheitstechnische Bewertung unter Hinzuziehung des atomrechtlichen Sachverständigen hat ergeben, dass gegen den weiteren Betrieb des Kerns des Blocks C keine sicherheitstechnischen Bedenken bestehen und keine Brennstabdefekte aufgrund der Abweichung der Hüllrohre von der Spezifikation zu erwarten sind“, sagte der Ministeriumssprecher. Es handele sich auch nur um vier von etwa 70 000 Brennstäben in dem Reaktor.

dpa

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