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In sich zusammengekauert, die Kapuze seiner grauen Jacke tief im Gesicht: Georg R. beim Prozessauftakt.

Auftakt im Ansbacher Amoklauf-Prozess

Ansbach - In Ansbach hat am Donnerstag der Prozess gegen den Amokläufer Georg R. von Ansbach begonnen. Das Gericht hat die Öffentlichkeit für einen Großteil der Verhandlung ausgeschlossen.

Vor dem Landgericht Ansbach würde sich der 19- Jährige am liebsten unsichtbar machen. In sich zusammengekauert, die Kapuze seiner grauen Jacke tief im Gesicht, den Schal bis zur Nase gewickelt und die Augen von einer Sonnenbrille verdeckt - so lässt der Angeklagte das Blitzlichtgewitter der Fotografen über sich ergehen.

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Ansbacher Amokläufer hüllt sich in Schweigen

Erst als die Kameraleute den Sitzungssaal verlassen haben, richtet sich der junge Mann kurz auf und mustert durch runde dunkle Gläser die Prozessbeobachter. Doch sobald die Anklage verlesen wird, sinkt Georg R. wieder in sich zusammen, schützt sich mit vorgehaltenen Papieren vor den Blicken der Zuschauer und Journalisten.

Versuchter Mord in 47 Fällen

Was ihm Staatsanwalt Jürgen Krach vorhält, wiegt schwer: Versuchter Mord in 47 Fällen, versuchter Totschlag in zwei Fällen, gefährliche Körperverletzung und versuchte besonders schwere Brandstiftung.

Bilder: Ansbach am Tag nach dem Amoklauf

Ansbach: Der Tag nach dem Amoklauf

Es war der 17. September 2009, der dritte Tag nach den Sommerferien. Während seine Mitschüler ahnungslos in der ersten Unterrichtsstunde sitzen, stürmt der damalige Abiturient mit selbst gebauten Molotowcocktails, Messern und einer Axt bewaffnet in das Gymnasium Carolinum. Im dritten Stock wirft er einen Brandsatz in den Klassenraum der 10b. Als die Schüler in Panik vor den Flammen flüchten, erwartet sie Georg R. vor der Tür - mit dem Beil in der Hand.

Eine 15-Jährige kann den Hieben nicht ausweichen, sie erleidet ein offenes Schädel-Hirn-Trauma und überlebt nur dank einer Notoperation. Ein weiteres Mädchen zieht sich schwere Brandwunden zu. Insgesamt werden bei dem Amoklauf 15 Menschen, darunter zwei Lehrerinnen, verletzt. Den Täter stoppen Polizisten kurz darauf mit drei Schüssen auf der Jungentoilette.

Das Carolinum liegt nur wenige Hundert Meter vom Gericht entfernt. Während am ersten Prozesstag auf dem Pausenhof einige Jungen ausgelassen Tischtennis spielen und ein verliebtes Pärchen vor der Eingangstüre turtelt, sagt im Sitzungssaal ihr Schulleiter aus. Wie er und die anderen Zeugen die grausame Attacke erlebten, darf die Öffentlichkeit aber genauso wenig mitverfolgen wie eine etwaige Aussage des Täters.

Öffentlichkeit ausgeschlossen

“Zum Schutz des Angeklagten und der ihm sonst drohenden Nachteile für seine persönliche und soziale Entwicklung“ schließt Richter Bernd Rösch gleich zu Beginn des Prozesses Zuschauer und Journalisten aus. Sie dürfen nur noch die Anklage anhören, dann müssen sie den Saal verlassen.

Ein weiterer Grund für die Entscheidung ist die psychische Erkrankung des Angeklagten: Ein Gutachter hatte ihm eine gravierende Persönlichkeitsstörung bescheinigt. Georg R. sei schizophren. Sein Motiv - “Hass auf die Gesellschaft und die Institution Schule“ - hatte der Schüler auf 86 Seiten in seinem Computer dokumentiert.

Staatsanwalt Krach betont: “Seine Einsicht, das Unrecht seines Tuns zu erkennen, war weder eingeschränkt noch aufgehoben.“ Es sei zu erwarten, dass Georg R. weitere Straftaten begehen werde. “Er ist deshalb für die Allgemeinheit gefährlich.“

dpa

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