Er sollte 44-Jährige töten

Auftragskiller angeheuert - Angeklagte schweigen

Nürnberg - Sie selbst hüllten sich in Schweigen - die Staatsanwaltschaft hat allerdings kaum Zweifel an ihrer Schuld: Ein Geschwisterpaar soll einen Auftragskiller angeheuert haben.

Dieser sollte die Ehefrau des 42 Jahre alten Angeklagten umbringen.

Wegen Anstiftung zum Mord muss sich seit Dienstag ein Geschwisterpaar vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth verantworten. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatte sich der aus dem Landkreis Erlangen-Höchstadt stammende 42-Jährige im Februar an einen befreundeten Autohändler gewandt, um einen Auftragskiller zu suchen. Für 30 000 Euro sollte der gedungene Mörder seine Ehefrau umbringen.

Statt aber der Bitte seines Bekannten nachzukommen, habe der Autohändler die Polizei eingeschaltet. Ein Kripobeamter ließ sich zum Schein auf die Verhandlungen mit dem 42-Jährigen und seiner sieben Jahre älteren Schwester ein. Noch am selben Tag wurden beide festgenommen. Beide Angeklagten lehnten zum Prozessauftakt eine Aussage zu den Vorwürfen ab. Das Gericht hat für das Verfahren zunächst drei Prozesstage anberaumt.

Der am Dienstag als Zeuge vernommener Ermittler sagte, der 42-Jährige und seine Schwester hätten keine Zweifel daran gelassen, dass sie den Tod der 44 Jahre alten Frau wollten. Nach den Vorstellungen der beiden Auftraggeber sollte die Frau bei einem inszenierten Autounfall nach Feierabend ums Leben kommen. Als Motiv habe der Handelsvertreter angegeben, seine Frau habe mit ihrer Trennung im Sommer 2012 sein Leben zerstört.

Die 44 Jahre alte Ehefrau wiederum berichtete, ihr Mann habe sie in den letzten Jahren zweimal vergewaltigt. Auch habe er sie systematisch drangsaliert und überwacht. So habe er immer wieder ihre Handtasche durchsucht, sie ständig mit Handyanrufen kontrolliert und selbst die von ihr besuchten Internetseiten am Computer überprüft. Als sich eine Trennung abzeichnete, sei es außerdem zum Dauerstreit um die beiden gemeinsamen, fünf und sieben Jahre alten Kinder gekommen. Im Juni 2012 habe sie sich schließlich von ihm getrennt.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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