Will hoch hinaus: Weidinger mit dem Aufzug-Modell. Foto: Czechofsky

Mit dem Aufzug ins All

Pfingsten ist das Fest der Missionen: Herbert Weidinger will die Zukunft im Weltraum mitgestalten

Das Jahr 2113: In einer langen Schlange tummeln sich aufgeregte Erdbewohner vor dem Eingang zum Weltraumaufzug. Eine Reisegruppe will zum Mond, ein Tourismus-Trip, für vier Wochen. So oder so ähnlich könnte die Zukunft aussehen, nicht zuletzt wegen Studenten wie Herbert Weidinger. Der 23-Jährige forscht zusammen mit 19 Kommilitonen an der Technischen Universität München an einem Weltraumaufzug, dem Space Elevator.

Aufzug stimmt nicht ganz: „Man muss sich das eigentlich mehr wie einen senkrechen Zug vorstellen, der nach oben fährt“, erklärt der sportliche Student und seine Hand schießt nach oben. Die Idee hinter der Space-Elevator-Forschung: Raketen ablösen und so billiger und sicherer ins Weltall kommen.

Eigentlich war es Zufall, dass Weidinger zum Weltraumaufzug kam. Er studierte im zweiten Semester Maschinenwesen, als er feststellte, dass er neben dem „theorielastigen“ Studium etwas Praktisches machen wollte. Also trat er der studentischen Forschungsgruppe „Space Elevator“ bei. Bald war er Projektleiter und gewann immer mehr Studenten für die Forschung, der oft die Leute fehlten. Das aktuelle Modell der Gruppe (siehe Bild) hat den Wert eines Kleinwagens. Damit haben sie schon Wettbewerbe in Japan und Deutschland gewonnen. „Mir gefällt vor allem der schöpferische Vorgang an unserem Projekt“, erklärt Weidinger seine Faszination. Er ist stolz darauf, die Zukunft der Weltraumtechnik mitzugestalten.

Das Projekt macht stetig Fortschritte, das Schwierige sei aber, Leute zu überzeugen. Er zitiert den Wissenschaftler Bradley Edwards, der sagte einmal: „50 Jahre, nachdem die Leute nicht mehr über die Idee lachen, ist ein realistischer Zeitpunkt zu ihrer Verwirklichung.“ Wenn es so weit ist, will sich auch Herbert Weidinger in die Schlange der Weltraumtouristen stellen.

(Sabrina Czechofsky und Mareike Gröneweg)

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