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In Augsburg ist der Prozess wegen des Mordes an einer Prostituierten aus dem Jahr 1993 gestartet.

Angeklagter schweigt

Mann soll Prostituierte ermordet haben: Fall landet 25 Jahre später vor Gericht

Ein 50-Jähriger steht vor Gericht, weil er vor 25 Jahren eine Prostituierte ermordet haben soll. Der Mann schweigt zum Mordvorwurf. DNA-Spuren sollen im Prozess eine wesentliche Rolle spielen.

Augsburg - Es war einer der vielen sogenannten Cold Cases, die in den Polizeiakten schlummern. Im vergangenen Jahr nahm sich die Augsburger Kripo den ungeklärten Mord an einer Prostituierten im September 1993 noch einmal vor - und konnte einen Verdächtigen ermitteln. Seit Donnerstag steht nun der 50-Jährige wegen des 25 Jahre alten Verbrechens vor Gericht.

Doch zu dem Mordvorwurf schwieg er, äußerlich kühl verfolgte er den Prozess. In den Polizeiverhören hatte er das Verbrechen bestritten. Der Strafkammer des Augsburger Landgerichts steht nun ein aufwendiger Prozess mit insgesamt mehr als 30 Verhandlungstagen sowie fast 130 Zeugen und Sachverständigen bevor. Ende April 2019 könnte das Urteil fallen.

25 Jahre nach Mord an Prostituierten: DNA-Spuren sollen wesentliche Rolle spielen

In den vergangenen Jahren kümmern sich Kriminalpolizeien in ganz Deutschland verstärkt um solche ungeklärten Fälle. Einerseits verjährt Mord in Deutschland nicht, andererseits ermöglicht der Fortschritt insbesondere beim genetischen Fingerabdruck noch nach langer Zeit, Täter zu überführen. Auch im Fall der Bluttat an der Prostituierten sollen solche DNA-Spuren eine wesentliche Rolle spielen.

Der angeklagte Deutsche soll damals in einer Herbstnacht die 36 Jahre alte Frau an ihrem üblichen Standplatz auf dem Augsburger Straßenstrich aufgesucht haben. Danach soll er mit der Frau zu einem Sportplatz in der Nähe gefahren sein. Doch zu dem vereinbarten Sex im Auto des Mannes soll es nicht gekommen sein. Der Angeklagte soll auf die Prostituierte mit einem bereitgelegten Möbelfuß eingeschlagen und das Opfer schließlich erwürgt haben.

Grund dafür war laut Staatsanwaltschaft, dass der Mann die Frau zum Ausleben seiner Fantasien missbrauchen wollte. So soll er sich an der Sterbenden mit dem Möbelfuß sexuell vergangen haben. Außerdem soll der abhängige Mann geplant haben, der Prostituieren ihre Tageseinnahmen zu rauben, um sich Drogen kaufen zu können. Die Frau hatte ihr Geld aber in ihrem geparkten Wagen gelassen.

Nach Bluttat in Augsburg: Äußert sich 50-Jähriger vor Gericht?

Die Leiche soll der Mann bei Gessertshausen im Landkreis Augsburg, etwa 15 Kilometer vom Tatort entfernt, an der Bahnlinie nach Ulm abgelegt haben. Dort war die Tote Stunden später gefunden worden. Bislang ist noch unklar, ob sich der 50-Jährige in dem Verfahren überhaupt zu dem Mord äußern wird. Sein Verteidiger sagte, dies hänge vom Verlauf des Verfahrens ab.

Zu Beginn des Prozesses ging es zunächst um eine weitere Tat, die dem Augsburger vorgeworfen wird. Im Frühling 2017 soll er mit einer Bekannten zunächst einvernehmlichen Geschlechtsverkehr gehabt haben und die Frau anschließend gewaltsam anal vergewaltigt haben. Auch dazu sagte er nichts.

Das mutmaßliche Opfer bestätigte aber bei der Zeugenvernehmung den erzwungenen Sex. Zunächst wollte die Frau, der die Aussage in dem Gerichtssaal spürbar peinlich war, vor den Richtern keinerlei Details nennen. Erst als die Staatsanwältin ihr mit Beugehaft drohte, sagte die Bekannte des Angeklagten aus.

dpa

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