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Stolpersteine wurden in über 1000 deutschen Gemeinden auf Gehwegen verlegt.

Kompromiss gefunden

Augsburg einigt sich über Stolpersteine

Augsburg - In Augsburg und München haben Bedenken der Israelitischen Kultusgemeinden bislang verhindert, dass Stolpersteine auf öffentlichem Grund verlegt wurden. In Augsburg soll sich dies ändern. Gegner und Befürworter der Steine haben einen Kompromiss gefunden.

Nach einem jahrelangen Streit über die Verlegung von Stolpersteinen in Augsburg hat sich die Stadt mit den Befürwortern und Kritikern auf einen Kompromiss geeinigt. Die Pflastersteine aus Messing wurden bereits in mehr als 1000 deutschen Gemeinden auf Gehwegen verlegt, um an die Opfer des Nazi-Terrors zu erinnern. In Augsburg liegen bislang nur zwei Stolpersteine auf einem privaten Grundstück, auf öffentlichem Grund hat Bayerns drittgrößte Stadt so wie auch München die Verlegung nicht genehmigt.

Grund ist, dass in Augsburg wie auch in der Landeshauptstadt die Israelitische Kultusgemeinde Vorbehalte hat. Gegner argumentieren, dass mit den Stolpersteinen die NS-Opfer quasi erneut mit Füßen getreten würden. Doch nach dem Kompromiss könnten nun voraussichtlich im kommenden Jahr die ersten Gedenksteine auf städtischen Wegen verlegt werden, sagte Augsburgs Kulturreferent Thomas Weitzel.

Neben den Stolpersteinen sollen alternativ auch Tafeln, die an Laternen oder Straßenschildmasten angebracht werden, und Stelen als Erinnerungszeichen möglich sein. Weitzel will nun erst einmal einen Gestaltungswettbewerb für die Täfelchen durchführen. Nach der Augsburger Lösung soll insbesondere der Wille der Angehörigen eines Opfers bei der Art des Gedenkens berücksichtigt werden, auch wenn beispielsweise die jüdische Gemeinde anderer Ansicht ist.

In Augsburg wurde 2013 eine Stolperstein-Initiative gegründet. Vor knapp zwei Jahren wurden die ersten beiden Steine in der Nähe des Doms verlegt, allerdings direkt neben dem Bürgersteig auf privatem Gelände. Sie erinnern an den im KZ Dachau inhaftierten Arbeitersekretär Hans Adlhoch, der kurz nach der Befreiung durch US-Amerikaner am 21. Mai 1945 starb, und dessen Ehefrau Anna, die den Terror überlebte.

Die Initiative würde zunächst gerne rund zwei Dutzend weitere Stolpersteine in Augsburg verlegen. Darunter ist auch ein Stein für Ernst Lossa, der als 14-Jähriger von den Nazis während des sogenannten Euthanasie-Programms ermordet wurde. Das kurze Leben des Augsburger Buben wurde jetzt auch verfilmt, der Film „Nebel im August“ soll im Herbst in die Kinos kommen.

dpa

Stolpersteine

Stolpersteine Augsburg

Stolpersteine München

Film "Nebel im August"

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