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Nach neuem Gesetz

„Geld und Lappen weg“ - Gericht greift bei illegalem Autorennen durch

Illegale Autorennen sorgten immer wieder für Schlagzeilen - manchmal kamen Unbeteiligte ums Leben. Die Justiz macht nun klar: Raser müssen mit empfindlichen Strafen rechnen.

Augsburg - Wer öffentliche Straßen für illegale Rennen missbraucht, muss mit deutlichen Strafen rechnen und seinen Führerschein abgeben. In Augsburg sind zwei Fahrer, die sich mit ihren PS-starken Autos Kurzstreckenduelle geliefert hatten, entsprechend bestraft worden. Das Amtsgericht verurteilte die 24 und 26 Jahre alten Männer am Mittwoch zu Geldstrafen.

Die Männer waren Mitte Oktober 2017 Rennen gefahren - einen Tag nachdem das Gesetz gegen solche Straßenrennen in Kraft getreten war. Zuvor wäre das Treiben der Fahrer nur eine Ordnungswidrigkeit gewesen. Das Augsburger Verfahren gehörte zu den bundesweit ersten nach dem neuen Paragrafen.

Geldstrafen und Führerscheinentzug für die Raser

Nun bekamen die Angeklagten ihre Quittung von Strafrichterin Susanne Scheiwiller. Sie erhielten Geldstrafen von 1500 und 2000 Euro (50 Tagessätze zu 30 und 40 Euro). Ihre Führerscheine wurde bereits nach der Tat eingezogen und dürfen erst nach einer Sperre von sieben Monaten neu beantragt werden. Die Urteile wurden sofort rechtskräftig, da alle Seiten auf Rechtsmittel verzichteten. Ein dritter Fahrer, der bei den Rennen dabei war, war bereits per Strafbefehl verurteilt worden.

Die verbliebenen zwei Angeklagten hatten in der Verhandlung zunächst geleugnet. „Wir sind ganz normal gefahren“, sagte einer. Er prahlte sogar damit, dass er mit seinem Auto noch ganz andere Tempi erreichen könnte - wenn er nur wollte. Denn sein Wagen beschleunige in knapp drei Sekunden von Null auf 100 Stundenkilometer. Aber die Minirennen waren von einer Zivilstreife der Polizei gefilmt worden. In dem Video habe sie zumindest „drei sehr eindeutige Sequenzen“ gesehen, betonte Scheiwiller. Danach räumten die beiden Männer die Rennen zumindest teilweise ein.

Bei schwerwiegenden Fällen droht sogar der Einzug des Autos

Die Richterin machte in dem Urteil klar, dass es bei den Strafen auch um generalpräventive Gesichtspunkte gehe. Staatsanwalt Michael Nißl war zuvor deutlicher geworden. Die Botschaft sei: „Es kostet Geld, Lappen weg und - wenn es blöd läuft - auch noch Kiste weg.“ Denn der Gesetzgeber hat sogar die Möglichkeit geschaffen, die Autos einzuziehen. Auch im Fall der drei Augsburger Raser waren deren 339 bis 549 PS starke Sportwagen - laut Nißl „zu Rennmaschinen getunte Boliden“ - zunächst beschlagnahmt worden. Doch aufgrund der Verhältnismäßigkeit gab die Justiz die Fahrzeuge später zurück.

Denn alle Parteien waren sich in dem Verfahren einig, dass die angeklagten Beschleunigungsfahrten über nur wenige hundert Meter kein besonders schweres Delikt seien. Durch die Fahrt über die autobahnähnliche Bundesstraße 17 in Augsburg wurde auch niemand gefährdet. Da hatten in der Vergangenheit mitunter sogar tödlich verlaufene Rennen in Innenstädten für ganz andere Empörung gesorgt. Insbesondere zwei Raser vom Berliner Kurfürstendamm, die wegen Mordes verurteilt worden waren, sorgten für Schlagzeilen. Der Bundesgerichtshof hob das Urteil aber auf. Der Fall muss nun neu verhandelt werden.

Lesen Sie auch: Ein 35 Jahre alter Autofahrer soll in Stuttgart ein illegales Autorennen geliefert haben. Seine zwei Kindern hatte der Mann auch an Bord.

dpa/lby

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