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Klagt gegen Diskriminierung: Hamado Dipama wehrt sich gegen Rassismus.

Hamado Dipama kämpft gegen Rassismus

Vermieter will nur „an Deutsche“ vermieten - „Das stand ganz klein unten“

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Hamado Dipama war auf Wohnungssuche in Augsburg. Ein Vermieter lehnte ihn ab, da er nur „an Deutsche“ vermiete. Daraufhin verklagte Dipama ihn.

Augsburg/München – Das Gespräch war schnell beendet. Als Hamado Dipama im April einen Augsburger Vermieter anrief, weil er sich für dessen Wohnung interessierte, legte dieser nach kurzer Zeit auf. Der Grund, da ist sich Dipama sicher: „Er wollte keine Ausländer in der Wohnung.“ Deshalb hat der 45-Jährige jetzt Klage eingereicht.

Dipma klagte schon wegen Rassismus an Münchner Club-Türen

Dipama stammt ursprünglich aus Burkina Faso und kam 2002 nach München. Er engagiert sich im Ausländerbeirat der Stadt München und im bayerischen Flüchtlingsrat. Der Kampf gegen Rassismus ist ihm ein großes Anliegen. 2013 machte er Tests an Münchner Club-Türen – und stellte fest, dass es für Dunkelhäutige schwerer ist, hineingelassen zu werden. Bereits damals zog er vor Gericht. Zweimal siegte er, einmal verlor er und dreimal gab es einen Vergleich. „Diskriminierung gibt es auf allen Ebenen“, berichtet Dipama. „Im Job, im öffentlichen Raum, in der Freizeit und auf dem Wohnungsmarkt.“

Für die Ein-Zimmer-Wohnung in Augsburg hatte der Vermieter im April eine Anzeige im Internet veröffentlicht. Darin war ein Vermerk, dass die Wohnung „an Deutsche“ vermieten werden solle. „Das stand ganz klein unten“, berichtet Dipama. „Ich hatte es zuerst sogar übersehen.“ Weil er aus beruflichen Gründen einen Umzug nach Augsburg plante, meldete er sich. Der Vermieter hätte sofort gefragt, ob er Ausländer sei, schildert Dipama. „Ich war perplex.“

Deutscher Freund von Dipama ruft Vermieter an und bekommt Besichtigungstermin

Nach Abbruch des Gesprächs durch den Vermieter starteten Bekannte von Dipama einen neuen Versuch. Zuerst hätte eine Freundin mit deutschem Namen bei dem Vermieter angerufen, erzählt Dipama. „Er hat gesagt, dass er froh sei, dass sie Deutsche ist“, berichtet Dipama, „und dass er keine ausländischen Mieter wolle.“ Als seine Freundin gegen diese Verallgemeinerung argumentierte, hätte auch sie eine Absage bekommen. Ähnlich sei es einem deutschen Bekannten gegangen, nachdem dieser erwähnt hatte, dass er im Bereich der Flüchtlingshilfe arbeitet. Ein weiterer Bekannter hatte keinen Migrationshintergrund und auch keinen Job in dem Bereich. „Er hat als Einziger einen Besichtigungstermin bekommen“, sagt Dipama. Schockiert reagierte derweil der Bayerische Bauernverband auf einen Werbespot.

Er fordert vor dem Amtsgericht Augsburg, dass der Vermieter derartige Formulierungen künftig unterlassen muss sowie eine Entschädigung in Höhe von 1000 Euro. „Unser Ziel ist, zu zeigen, dass Diskriminierung auf dem Mietmarkt nicht geht“, sagt Dipamas Anwalt Ugur Kör. Seiner Erfahrung nach hätten Bürger mit Migrationshintergrund oft mit „versteckter Diskriminierung“ zu kämpfen. Die meisten Vermieter würden nicht mitteilen, warum sie Bewerber ablehnen. Dass jemand offen ausspricht, seine Wohnung nicht an Ausländer vermieten zu wollen, sei sehr selten.

Vermieter will nicht eingestehen einen Rechtsfehler begangen zu haben

Der Vermieter erklärte vor Gericht, dass er in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen mit einem kriminellen Ausländer gemacht habe und deswegen die Anzeige so geschrieben habe. Sein Sohn räumte ein, dass die Formulierung in der heutigen Zeit fehl am Platze sei. Ein Vergleich zwischen den Parteien kam dennoch nicht zustande. „Die Gegenseite hat ausgeschlossen, einzugestehen, einen Rechtsfehler begangen zu haben“, sagt Kör. Das Gericht wird am 5. November ein Urteil verkünden. Der Richter deutete an, dass er die Klage nicht für unbegründet halte und wohl nicht ganz abweisen werde. „Wir sind sehr zuversichtlich“, sagt Kör deshalb. Dipama hat die Wohnungssuche mittlerweile aufgegeben. Keine seiner Anfragen hatte Erfolg. Mit seinem Arbeitgeber hat er eine Lösung gefunden, um in München zu bleiben. (mit lby)

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Claudia Schuri

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