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Fieberhaft suchen schwer bewaffnete Polizisten nach den beiden Killern.

Bayern jagt zwei eiskalte Killer

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Augsburg - Nach dem eiskaltern Polizisten-Mord in Augsburg steht ganz Bayern unter Schock. Und alle treibt die Frage um: Wo verstecken sich diese beiden eiskalten Killer?

Es ist gegen 2.50 Uhr am Freitagmorgen, als der Polizist Mathias V. und seine 30-jährige Kollegin auf einer Routinestreife durch Augsburg-Hochzoll fahren. Auf einem Parkplatz am Kuhsee, wo tagsüber die Autos von Ausflüglern stehen (siehe Grafik), bemerken sie ein verdächtiges Duo in Schwarz. Als die Polizisten die Männer kontrollieren wollen, springen die auf ein Motorrad und rasen davon.

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Ihre Flucht führt über eine nahe Staustufe direkt in den Siebentischwald, ein beliebtes Naherholungsgebiet der Augsburger. Die Strecke ist extrem kurvig und an einer Stelle so eng, dass die Beamten mit dem Streifenwagen sogar zurücksetzen müssen. Aber sie lassen sich nicht abschütteln. Sie folgen dem Motorrad auf der Spickelstraße in den Wald hinein, sind wieder ganz nah dran an den beiden. Denn die Biker geraten auf dem glitschigen Waldweg mit ihrer betagten Honda CB 500 ins Rutschen und stürzen. „Halt, Polizei!“, ruft Polizeihauptmeister Mathias V. den Flüchtenden nach.

Polizistenmord in Augsburg

Polizistenmord in Augsburg

Dann passiert es: Die beiden Männer eröffnen das Feuer. Sechs, sieben, acht Schüsse. Mathias V. wird mehrfach getroffen, unter anderem am Hals, er sinkt zu Boden. Seine Kollegin, die ebenfalls mehrere Schüsse abfeuert, bekommt einen Streifschuss ab, an der linken Hüfte. „Glücklicherweise wurde sie nur leicht verletzt“, sagt Gerhard Schlögl, Polizeipräsident von Schwaben Nord, am Freitagnachmittag auf einer Pressekonferenz.

Mathias V. dagegen stirbt noch an der Unfallstelle. Er hinterlässt eine Frau und zwei Söhne im Alter von 13 und 17 Jahren. Die Familie wohnte auf einem renovierten Bauernhof in Königsbrunn. In dieser Stadt war der drahtige, sportliche 1,85 Meter große Polizist auch Jugendwart im Anglerverein. Und was für einer: „Mit seiner Lebensfreude hat er alle angesteckt“, sagt Vereinschef Hermann Kring. Ob’s um Zeltlager mit den 7- bis 17-Jährigen ging, ums Ramadama am Fluss oder das Fischen: Für die 60 Jugendlichen des Vereins war Mathias V. ein Motivator. „Wissen Sie“, sagt Hermann Kring, „er hatte immer ein Lächeln auf den Lippen, war immer gut gelaunt. Befehle oder ein Kommandoton waren ihm völlig fremd.“

Von den beiden Tätern fehlte bis Freitagabend jede Spur. Zwar riegelte die Polizei umgehend das ganze großräumige Waldgebiet ab und zog für die Fahndung Einsatzkräfte aus ganz Bayern zusammen, so dass mehrere hundert Beamte das Gelände durchkämmten. Doch die Suche war schwierig. Schlögl: „Dichter Nebel verhinderte zunächst den Einsatz von Hubschraubern.“

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sprach von einer „skrupellosen und kaltblütigen Tat“. Die Täter seien „vermutlich der schwerkriminellen Szene zuzurechnen“. Oberstaatsanwalt Günther Zechmann geht von einem „Verdeckungsmord“ aus – etwa um ein größeres Drogengeschäft zu vertuschen. Zudem sei angesichts der unvermittelt, aus einer großkalibrigen Waffe abgegebenen Schüsse Heimtücke im Spiel.

Die Polizei hat im Wald mehrere Gegenstände gefunden und glaubt, eine DNA-Spur zu haben. Sie hofft zudem, über das Motorrad die Mörder zu finden. Nach Informationen der „tz“ wurde die Maschine am 20. Oktober in Ingolstadt gestohlen. Das Kennzeichen (A – L 307) ist nur eine Dublette, wie die Polizei bei der Überprüfung feststellte. Trotzdem fragt die Kripo nun: Wer kann zu der Maschine oder den Personen, die mit ihr unterwegs waren, Angaben machen? Hinweise bitte an alle Polizeidienststellen oder an die telefonische Hotline 08 21/323-30 30.

Von A. Geier, M. Christandl, J. Mell, W. de Ponte, D. Plange

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