Ein bayerischer Polizist in einem Gerichtssaal.
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In Augsburg beginnt der Prozess gegen einen Polizisten, der in einem Café randaliert und Gäste beleidigt haben soll.

Prozessauftakt in Augsburg

Ausraster im Café: Polizist soll schwarze Frau beleidigt haben - jetzt geht es um seinen Job

  • Thomas Eldersch
    vonThomas Eldersch
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Weil er betrunken in einem Café in Augsburg randalierte, steht ein Polizist jetzt vor Gericht. Selbst bei einem milden Urteil drohen dem Mann ernste Konsequenzen.

  • In Augsburg* steht ein Polizist vor Gericht.
  • Er soll Gäste eines Cafés angepöbelt und rassistisch beleidigt haben.
  • Bei einer Verurteilung droht ihm der Jobverlust.

Augsburg ‒ Ein Thema, das derzeit die Medienlandschaft fast täglich bestimmt, ist die Rassismusdebatte bei der Polizei. Da passt ein Prozess in Augsburg, gegen einen Polizisten, der in einem Café Gäste rassistisch beleidigt haben soll, genau ins Bild. Der Vorfall, bei dem der 44-jährige Beamte so ausrastete, dass er sogar von seinen Kollegen abgeführt werden musste, ereignete sich bereits im August 2019. Jetzt muss ein Richter über den Fall entscheiden. Von dem Ergebnis hängt auch der Job des Polizisten ab.

Prozess gegen Polizisten: Beamter beleidigt Gäste mit rassistischen Sprüchen

Laut Anklage war der Polizist im Sommer des vergangenen Jahres privat in der Stadt unterwegs, berichtet die Augsburger Allgemeine (hinter einer Bezahlschranke). In einem Café soll der angetrunkene 44-Jährige randaliert und andere Gäste ohne Grund beleidigt haben. Nachdem er sich über das Aussehen eines Mannes lustig gemacht hatte, pöbelte er wohl eine schwarze Frau mit rassitischen Sprüchen an. Es sollen Sätze wie „Drecks-Schwarzafrikaner“ oder „Alle Schwarzafrikaner sind scheiße“ gefallen sein.

Als die Gäste daraufhin drohten die Polizei* zu rufen, zückte der Mann selbst seinen Dienstausweis. Sie können ruhig seine Kollegen rufen, soll der Mann gesagt. Während er noch weiter Beleidigungen vor sich hin murmelte, trafen die verständigten Polizisten an dem Café ein. Sie erteilten ihrem Kollegen einen Platzverweis und schickten ihn nach Hause. Daran hielt sich der 44-Jährige aber nicht. Wenig später kam er zurück, pöbelte weiter und soll sogar die Trennwände zwischen den Toiletten mit einem Sprung dagegen aus der Wand gerissen haben.

Prozess gegen Polizisten: Selbst bei niedirger Strafe, droht ihm der Jobverlust

Jetzt muss sich der Polizist vor Gericht wegen Volksverhetzung, Beleidigung und Sachbeschädigung verantworten. Sollte er zu einer Haftstrafe von einem Jahr oder mehr (selbst auf Bewährung) verurteilt werden, wäre er als Beamter nach dem Gesetz seinen Job los. Sollte die Strafe aber darunter liegen, droht dem 44-Jährigen dennoch ein Disziplinarverfahren. Im schlimmsten Fall folgt auch hier die Entlassung. (tel) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Nach dem Drogentod zweier Jugendlicher in Augsburg steht jetzt der Dealer vor Gericht. Außerdem findet in Augsburg derzeit auch der Prozess um einen getöteten Feuerwehrmann statt.

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