Das Zentrum von Augsburg (Bayern), mit seinen beiden Wahrzeichen dem Perlachturm (l) und dem Rathaus (r)
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Das Zentrum von Augsburg (Bayern), mit seinen beiden Wahrzeichen dem Perlachturm (l) und dem Rathaus (r)

Die Metropole in Bayerisch-Schwaben

Augsburg

Drei Flüsse ziehen sich durch das Gebiet von Augsburg, ein Drittel sind Grün- und Waldfläche. Das macht die „Fuggerstadt“ zu einer der grünsten Gemeinden Deutschlands. Sie blickt auf eine bewegte Geschichte zurück und zieht dank zahlreicher Sehenswürdigkeiten Touristen aus aller Welt an.

  • Augsburg geht auf ein römisches Legionslager aus dem Jahr 15 vor Christus zurück.
  • Die mittelalterliche Stadt ist in weiten Teilen erhalten und heute eine viel besuchte Sehenswürdigkeit.
  • Der Fußball-Club FC Augsburg spielt in der Ersten Bundesliga.

Augsburg – Mit knapp 300.000 Einwohnern ist Augsburg nach München und Nürnberg die drittgrößte Stadt in Bayern. Sie ist bedeutender Universitätsstandort und zugleich einer der wichtigsten Industriestandorte in Süddeutschland. Das Gründungsjahr 15 vor Christus macht sie zur zweitältesten Stadt Deutschlands.

Augsburg: Geografische Lage

Die Stadt Augsburg liegt im Westen Bayerns zwischen den Flüssen Lech, Wertach und Singold. Südlich der Stadtgrenze befindet sich das Lechfeld, eine in der letzten Eiszeit entstandene Schotterebene. Sie zeichnet sich durch eine seltene Urlandschaft mit Heiden und Trockengebieten aus.

Westlich grenzt Augsburg an den gleichnamigen Landkreis sowie den Naturpark Augsburg – Westliche Wälder, ein rund 122.000 Hektar großes Naturschutzgebiet. Im Osten folgt der Landkreis Aichach-Friedberg.

Augsburg: Von der Gründung bis zum Mittelalter

Auf dem Gebiet des heutigen Stadtteils Augsburg-Oberhausen ließen sich im Jahr 15 vor Christus im Auftrag von Kaiser Augustus römische Legionäre nieder. Die Siedlung war nach Augusta Treverorum, heute als Trier bekannt, die größte nördlich der Alpen. Ob sie über die Jahrhunderte fortbestand, ist nicht gesichert. Fest steht, dass sie im 6. Jahrhundert von Christen bevölkert war. Das belegen Erwähnungen des Heiligen Afra in spätantiken Schriften sowie archäologische Funde.

Um das 8. Jahrhundert war Augsburg in Kämpfe zwischen Franken und Bayern involviert. Die Bedeutung der Stadt wuchs um 955 stark an, als Bischof Ulrich von Augsburg maßgeblich an der Vertreibung der Ungarn beteiligt war. Am 21. Juni 1156 erhielt Augsburg das Stadtrecht, 1276 wurde sie zur freien Reichsstadt erhoben. Damit agierte sie selbstständig und unabhängig von anderen Institutionen wie der Kirche.

In der Folge erlangten reiche Patrizierfamilien zunehmend Einfluss. Die Machtverteilung wurde im Mittelalter auch von den Zünften geprägt. Ihre Entstehung geht auf den Handwerkeraufstand 1368 zurück. In den kommenden Jahrhunderten weitete sich ihre Macht weiter aus. Bis zu ihrem Niedergang 1547 saßen die Zünfte in der Augsburger Regierung. Zu dieser Zeit entwickelte die Stadt sich dank ihrer exponierten geografischen Lage an verschiedenen Fernstraßen zu einem bedeutenden Handelsstandort.

Augsburg in der Neuzeit

Gegen Ende des Mittelalters wuchs der Einfluss der Stadt auf die Wirtschaft des Kontinents weiter an. Gemeinsam mit Köln, Prag und Nürnberg zählte Augsburg zu den größten Gemeinden des Heiligen Römischen Reiches. Maßgeblich am ökonomischen Aufstieg beteiligt waren die Kaufmannsfamilien Fugger und Welser. Von ihrem Einfluss erzählen bis heute die Fuggerhäuser, die ehemalige Residenz der Familie.

In der Zeit der Reformation gehörte Augsburg zu den Vertretern der evangelischen Minderheit. Im Jahr 1530 wurde die ungehinderte Ausbreitung des Glaubens auf dem Reichstag zu Augsburg festgeschrieben.

Im Dreißigjährigen Krieg war die Stadt erst von bayerischen Truppen besetzt und wurde später von den Schweden erobert. Nach deren Niederlage bei Nördlingen (heute Baden-Württemberg) riegelte man Augsburg ab. Die Folge war eine Hungersnot, die rund 5.000 Opfer forderte. Nach zahlreichen Kämpfen gaben die Schweden 1648 Augsburg auf.

Augsburg als Teil von Bayern

Der Friedensvertrag von Pressburg vom 26. Dezember 1805 sah vor, dass Augsburg seine Reichsfreiheit verlor. Sie wurde dem Königreich Bayern zugeschrieben. Nach 1862 entstand der Landkreis Augsburg. Die Stadt selbst ist bis heute kreisfrei. Zum Landkreis gehören unter anderem folgende Orte und Gemeinden:

  • Bobingen
  • Gersthofen
  • Königsbrunn
  • Neusäß
  • Schwabmünchen
  • Stadtbergen
  • Biberbach
  • Diedorf
  • Dinkelscherben
  • Fischach
  • Meitingen
  • Thierhaupten
  • Welden
  • Zusmarshausen

Durch Luftangriffe wurde Augsburg im Zweiten Weltkrieg stark zerstört. Auf dem Stadtgebiet befanden sich mehrere Rüstungsbetriebe, die Ziel der alliierten Bomber waren. Der Wiederaufbau der historischen Altstadt mit ihren vielen Sehenswürdigkeiten dauert in Teilen bis heute an.

Im September 1951 wurde mit dem Rosenaustadion eine bedeutende Sportstätte eröffnet. Sie war unter anderem Austragungsort für mehrere Deutsche Leichtathletik-Meisterschaften. Bis 2009 absolvierte der Fußball-Verein FC Augsburg dort seine Heimspiele. Seit 2014 steht es unter Denkmalschutz.

Die Universität Augsburg öffnete im Oktober 1970 ihren Betrieb. Sie wurde als Nachfolgeorganisation verschiedener Lehrbetriebe, darunter die Pädagogische Hochschule, gegründet. Im Sommersemester 2019 waren rund 18.000 Studierende dort eingeschrieben.

Bereits während der Kriegszeit im Jahr 1943 gründete der Schauspieler und Regisseur Walter Oehmichen mit Frau und Tochter ein kleines Marionettentheater. Der Vorgänger der Augsburger Puppenkiste wurde im Krieg zerstört und 1948 an seinem heutigen Standort in der Spitalgasse wiedereröffnet.

Wirtschaftlich nahm die Stadt in der jüngsten Geschichte einige Rückschläge hin. So kam es nicht zur geplanten Erweiterung des Flugplatzes zu einem Regionalflughafen. Auch die geplante Ansiedlung eines BMW-Werks scheiterte. Augsburg verzeichnet unter anderem aus diesen Gründen eine über dem bayerischen Durchschnitt liegende Arbeitslosenquote.

Augsburg: Wichtige Sehenswürdigkeiten

Zahlreiche historische Gebäude vom Mittelalter bis zur Neuzeit blieben in Augsburg erhalten. Dazu zählen weite Teile der Altstadt. Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten gehören die folgenden:

  • das Rathaus mit dem Goldenen Saal aus der Zeit der Renaissance
  • die Fuggerei, eine Arbeitersiedlung aus dem Jahr 1521
  • der gotische Dom St. Maria
  • der Augustusbrunnen aus dem Jahr 1594
  • die Benediktinerklosterkirche St. Ulrich und Afra mit der Fuggerorgel (gestiftet durch Familie Fugger)
  • das Wasserwerk am Roten Tor, errichtet 1416

Im Umkreis der Stadt sind unter anderem die Altstadt von Friedberg sowie das Wittelsbacher Schloss sehenswert. Das Wasserschloss in Unterwittelsbach ist heute Teil der „Sisi-Straße“. Die Kulturroute auf den Spuren der Kaiserin Elisabeth von Österreich führt von Bayern über Österreich, Ungarn und Italien auf die griechische Insel Korfu sowie in die Schweiz.

Augsburg: Politische Parteienlandschaft

Am 29. März 2020 wurde mit Eva Weber (CSU) die erste Frau in der Geschichte von Augsburg zum Stadtoberhaupt gewählt. Weber folgte auf Kurt Gribl, der von 2008 bis 2020 an der Spitze der Politik der Stadt stand. Der zunächst parteilose Bürgermeister trat kurz nach seiner Amtseinführung in die CSU ein. Die Christlich-Soziale Union erlangte bei der Stadtratswahl 2020 32,2 Prozent der Stimmen und damit ein Minus von 5,4 Prozent. Folgende Sitzverteilung gilt im Rat von Augsburg seit 2020:

  • CSU: 20
  • Die Grünen: 14
  • SPD: 9
  • AfD: 4
  • Landesvereinigung Freie Wähler (FW): 3
  • Linke: 2

Jeweils einen der insgesamt 60 Sitze haben folgende Parteien inne:

  • die PARTEI
  • V-Partei
  • Generation AUX
  • WSA
  • AIB
  • FDP
  • ÖDP
  • Pro Augsburg

Augsburg: Der Fußballclub FC Augsburg

Der Fußball-Verein FC Augsburg entstand 1969 durch eine Fusion des BC Augsburg mit der Lizenzspieler-Abteilung des TSV Schwaben Augsburg. Neben dem Hauptverein mit dem offiziellen Namen Fußballclub Augsburg 1907 e. V. gliedert sich der Club in die Profifußball-Abteilung Fußball-Club Augsburg 1907 GmbH & Co. KGaA sowie die Ski- und Bergfreunde des FCA e. V.

In der Geschichte des FC Augsburg gingen zahlreiche berühmte Sportler-Persönlichkeiten aus dem Verein hervor. Eine Auswahl:

  • Max Merkel, unter anderem Trainer beim TSV 1860 München, dem 1. FC Nürnberg und Atlético Madrid
  • Thomas Tuchel, unter anderem Cheftrainer von Borussia Dortmund und Paris Saint-Germain
  • Armin Veh, unter anderem als Trainer bei Borussia Mönchengladbach und Geschäftsführer beim 1. FC Köln aktiv
  • Karl-Heinz Riedle, deutscher Nationalspieler von 1988 bis 1994

Seit der Saison 2011/2012 spielt der FC Augsburg in der Ersten Bundesliga. Der Verein nimmt in der Ewigen Tabelle Platz 28 ein.

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