Die Altstadt von Augsburg besticht durch ihr mittelalterliches Flair.
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Die Altstadt von Augsburg besticht durch ihr mittelalterliches Flair.

Augsburg: Hip und historisch 

Fuggerstadt mit grüner Lunge - Augsburg besticht durch Natur und Geschichte

Das Herz Bayerisch Schwabens schlägt in Augsburg - eine der historischsten Großstädte Bayerns, die mit zahlreichen Naturräumen und einer Wasserwirtschaft unter dem Schirm der UNESCO bei rund 500.000 Besuchern im Jahr punktet.

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  • Augsburg: mit 300.000 Einwohnern drittgrößte Stadt Bayerns
  • Ursprung Augsburgs geht auf römische Heeressiedlung  Augusta Vindelicum zurück
  • Unter Kaufmannsfamilie der Fugger stieg Augsburg zu Weltruhm auf

Augsburg - Mit rund 300.000 Einwohnern zählt Augsburg als drittgrößte Stadt Bayerns nach München und Nürnberg. Die Universitätsstadt gilt als eine der nachhaltigsten und grünsten Großstädte Europas, der Augsburger Stadtwald und die Lechtalheiden entzücken Naturfreunde mit ihrer außergewöhnlich reichen Flora und Fauna. Die an den Flüssen Lech, Wertach und Singold gelegene Bischofsstadt schmückt sich dank seiner historischen Wasserwirtschaft aus dem 16. Jahrhundert mit dem UNESCO-Welterbetitel, 500 Brückenbauten spannen sich über die vorwiegend durch die Altstadt verlaufenden Kanäle, die mit den Prachtbrunnen, dem Wasserwerk am Roten Tor unter den zahlreichen Sehenswürdigkeiten der Stadt rangieren, die pro Jahr von fast 500.000 Touristen besucht wird.

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Wofür Augsburg bekannt ist: Als Namensgeber gilt kein geringerer als Kaiser Augustus. Das Marionettentheater der Augsburger Puppenkiste spielt nicht nur im Fernsehen, sondern steht im historischen Heilig-Geist-Spital. Der Zoo Augsburg und die beliebteste kulturelle Einrichtung Bayrisch-Schwabens hat es bis auf eine Briefmarke geschafft. Es gibt in der Stadt so viele Parks und Gärten, dass Augsburg 1997 als grünste und lebenswerteste Stadt Europas auserkoren wurde, weshalb Besucher durchaus einen Abstecher in die Anlage am Königsplatz und in den Botanischen Garten machen sollten. In den MAN-Werken brachte Rudolf Diesel den ersten Dieselmotor zum Laufen.

Kultur in Augsburg: Theaterszene hat viel zu bieten

Das Nachtleben Augsburgs spielt sich rund um die Maximilianstraße ab. Das Staatstheater wird saniert, Schauspiele werden derweil in Ausweichspielstätten aufgeführt. Experimentelles Theater bietet das  Sensemble Theater. Als kulturelle Highlights gelten die Auftritte der Domsingknaben, der Augsburger Philharmoniker und der Bayerischen Kammerphilharmonie. Die bekannteste Rockband ist The Seer - wenn man davon absieht, dass Roy Black ganz aus der Nähe von Augsburg stammt. Die Internationalen Filmtage Augsburg, das Popfestival Modular und das Medienkunstfestival lab. 30 locken jedes Jahr zahlreiche Kulturfreunde nach Augsburg.  

Augsburg und seine Delikatessen

Die bekannteste Augsburger gastronomischen Spezialitäten sind der Zwetschgendatschi, Spätzle und Schupfnudeln.

Wirtschaft: Augsburg als Standort von MAN und Siemens

Augsburg zählt zu den wichtigsten Industriestandorten Süddeutschlands. Am Rande der Altstadt befindet sich die Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg (MAN), der Druckmaschinenhersteller manroland, der Getriebeproduzent Renk und die Papierfabrik UPM-Kymmene. In Haunstetten hat sich die Premium Aerotec, ein Tochterunternehmen der Airbus Group, angesiedelt. Auch Siemens hat sich mit einem eigenen Technopark dort niedergelassen ebenso wie der katholische Verlang Weltbild und die BMK Group, die elektronische Baugruppen und Geräte herstellt. Die PCI Augsburg produziert dort Dispersions- und Pulverprodukte für Bauchemie. In Lechhausen stellt KUKA Industrieroboter- und Schweißanlagen her und die NCR SB-Geräte für den Finanzbereich, Kassen- und Datenbanksysteme.

Auch Unternehmen mit langer Tradition sind in der derzeit von der CSU regierten Stadt Augsburg zu finden, darunter Brauereien aus dem 14. und 15 Jahrhundert wie die Augusta-Brauerei, die Brauerei zur Goldenen Gans oder die Hasen-Bräu. Das 1884 gegründete Brauhaus Riegele macht dort das bekannte Cola-Mischgetränk Spezi. 

Die Fürst Fugger Privatbank  stammt aus dem Handelshaus Fugger und wurde 1468 erstmals als „Bank“ bezeichnet. Im Buch- und Verlagswesen kann Augsburg mit der Schlosser’schen J. A. Buch- und Kunsthandlung seit 1719,und Rieger & Kranzfelder seit 1731 ebenfalls traditionsreiche Unternehmen zählen. Vorbei sind allerdings die Zeiten, als Augsburg die Welthauptstadt der Textilindustrie war. Auch die Glanzzeiten der Augsburger Goldeschmiedekunst liegen lange zurück. 

Augsburg und seine Sehenswürdigkeiten

Zu Sehenswürdigkeiten zählen die Geburtshäuser vonBertolt Brecht undLeopold Mozart mit den entsprechenden Ausstellungen über Leben und Wirken der beiden berühmtesten Söhne der Stadt.  

Das Maximilianmuseum zeigt auf mehreren Etagen  Skulpturen, Goldschmiedekunst, Bauentwürfe und stadtgeschichtliche Sammlungen. Das Jüdischen Kulturmuseum dokumentiert die Geschichte der Juden in Augsburg und Schwaben vom Mittelalter bis heute, und im Römischen Museum in den Räumen des ehemaligen Dominikanerklosters St. Magdalena befinden sich archäologische Funde aus Augsburg und Umgebung vor allem aus der Zeit. als Augusta Vindelicumals römische Hauptstadt der Provinz Raetia war.

Kaiser Friedrich Barbarossa verlieh Augsburg 1156 wieder das Stadtrecht. Sein Augsburger Schied von 1158 markiert den offiziellen Stadtgründungstag Münchens. 1276 erhob Rudolf von Habsburg Augsburg zur Reichsstadt, unterstellte sie damit direkt dem Kaiser und förderte den Aufstieg reicher Patrizierfamilien. 

 Ab dem 16 Jahrhundert wuchs die Macht der Zünfte, und Augsburg entwickelte sich aufgrund seiner zentralen Lage an alten Fernstraßen wie der Via Claudia Augusta, der Via Julia und der Via Imperii zu einer bedeutenden Handelsstadt mit Beziehungen zu den Hansestädten an Nord- und Ostsee, sowie nach Italien.

Die Geschichte von Augsburg: Aufstieg mit den Fuggern und Welsern

Da Augsburg bereits um 1500 nach Köln, Prag und Nürnberg die viertgrößte Stadt des Reiches war, verfügt die Stadt über eine große Altstadt und viele sie prägende mittelalterliche Kirchen, vorneweg der Dom Mariä Heimsuchung und die Basilika St. Ulrich und Afra. Von den Stadtmauer und den Wehranlagen stehen noch der Fünfgratturm, das Rote Tor oder das Wertachbrucker Tor. Ihre kulturelle Blüte entfaltete Augsburg während der Renaissance. 

Die Fuggerhäuser in der Maximilianstraße entstanden zwischen 1512 und 1515 als Residenz der Kaufmannsfamilie Fugger, die mit der Familie derWelser wesentlich Anteil daran hatten, dassAugsburg zu einem kulturellen Zentrum Europas im 16. Jahrhundert aufsteigen konnte. Mit derFuggerei entstand die älteste noch heute genutzte Sozialsiedlung der Welt. 

Das von Elias Holl erbaute Rathaus gilt als bedeutendster profaner Renaissancebau nördlich der Alpen und thront über den prächtigen Augustusbrunnen, Herkulesbrunnen und Merkurbrunnen. Das Augsburger Zeughaus, der Stadtmetzg und der Neue Bau sowie das Heilig-Geist-Spital gelten als weitere bedeutende Bauten von Elias Holl.

Auch spätere Epochen haben in Augsburg ihre Spuren hinterlassen. Der Barock hat seine Einflüsse am Reichsstädtischen Kaufhaus und den Kirchen Heilig Kreuz, St. Michael und St. Margareth hinterlassen. Der vor Ort auch Augsburger Geschmack genannte Rokokostil prägt die Bischöfliche Residenz und das Schaezlerpalais.  Auch das Roeck-Haus und das Martini-Palais stammen aus dieser Zeit. Das Bothmersche Palais (1800) gilt als Prachtbau des Klassizismus. Während der Industriellen Revolution entstanden Fabrikanlagen wie die Schülesche Kattunfabrik, der Glaspalast oder das Fabrikschloss. Ein repräsentativer Bau des Historismus ist in  das Große Haus des Stadttheaters. Vom Jugendstil geprägt sind die Synagoge, das Kurhaus in Göggingen oder das Alte Stadtbad.

Augsburg und die Sage vom Stoinernen Ma

Typisch für Augsburg sind der Stoinerne Ma, eine lebensgroße Steinfigur an der östlichen  Stadtmauer. Sie stellt einen einarmigen Bäcker mit einem Laib Brot und einem Schild dar. 

Der Sage nach handelt es sich um den Bäcker „Konrad Hackher“, der während einer langen Belagerung während des Dreißjährigen Krieges aus Sägemehl Brote gebacken und für die Belagerer deutlich sichtbar über die Stadtmauer in den Graben geworfen haben soll, um sie zu demoralisieren. 

Daraufhin sollen die Belagerer mit Armbrüsten auf ihn geschossen haben. Ein Treffer schlug ihm wohl den Arm ab. Historisch belegt ist das nicht, trotzdem wird die Statue gerne von Spaziergängern angesteuert. Es soll Glück bringen, die Nase der Steinfigur zu berühren.

sk

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