1400 Feierwütige angetroffen

Corona-Party in Augsburg eskaliert: Zahlreiche Einsatzkräfte verletzt - Konsequenzen angedroht

  • Franziska Konrad
    VonFranziska Konrad
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Unschöne Szenen spielten sich am Sonntagmorgen in Augsburg ab: Als Polizisten eine Massenparty auflösen wollten, kippte die Stimmung. Zahlreiche Beamte wurden verletzt.

Update vom 21. Juni 2021: Nach der Krawallnacht von Samstag auf Sonntag fängt am heutigen Montag die Aufarbeitung der Geschehnisse an. Gegen 14 Uhr wird es eine Pressekonferenz von Polizei und Stadt geben. Schon vorher haben die Beteiligten Konsequenzen angekündigt. „Auf diesen Übergriff werden wir entschieden und abgestimmt antworten, ohne Freiheiten der friedlichen Bevölkerung zu sehr einzuschränken“, sagte der Augsburger Ordnungsreferent Frank Pintsch.

Die Oberbürgermeisterin Eva Weber (CSU) zeigte sich geschockt über die Vorfälle in ihrer am Stadt am Wochenende. Sie sei „entsetzt über die Situation, in denen behelmte Polizisten die Maximilianstraße räumen mussten, weil es zu Störungen von Rettungseinsätzen und zu Übergriffen auf Polizeibeamte gekommen war und die Lage vollends zu eskalieren drohte“. Und weiter fuhr die Rathauschefin fort: „Der Lockdown und all die damit verbundenen Einschränkungen sind weder Erklärung noch Entschuldigung oder gar Rechtfertigung für ein derartiges Verhalten. Unsere Innenstadt ist kein Ort für Krawalltouristen und für Auseinandersetzungen mit der Polizei.“

Ausschreitungen und Angriffe auf die Polizei in zahlreichen Städten

„Das Ausmaß an Gewalt, Rücksichtslosigkeit und krimineller Energie, mit dem sogenannte Partygänger in der Nacht von Samstag auf Sonntag auf die Einsatzkräfte losgegangen sind, ist erschreckend“, sagte der Augsburger Polizeipräsident Michael Schwald. So wie ihm und seinen Kollegen geht es immer wieder Ordnungshütern in Bayern. Neben Lärmbelästigung und Vermüllung sind Angriffe auf Polizisten fast schon zur Normalität in den größeren Städten geworden.

Ursprungsmeldung vom 20. Juni 2021

Augsburg - Lange, laue Sommernächte: In Zeiten von Corona ziehen sie in Bayern auch immer mehr Partywütige auf die Straßen. Jüngster Vorfall: Eine Massenparty in der Augsburger Innenstadt. Als Polizisten die Ansammlung auflösen wollten, wurden zahlreiche Beamte verletzt.

Bayern: Hunderte jungen Menschen feiern in Augsburg - Sachbeschädigungen

Gegen Mitternacht feierten etwa 1400 Menschen in der Augsburger Innenstadt. Dabei floss wohl auch viel Alkohol. Er heizte die Stimmung unter dem Feiernden auf - und eine zunehmend aggressive Stimmung entstand. Das berichtet die Polizei. Als die Beamten Sonntagmorgen, 20. Juni, die größtenteils jungen Menschen aufforderten, die Straßen zu verlassen, reagierten viele von ihnen aggressiv. Immer wieder wurden Gegenstände auf die Polizei geworfen.

Bei dem Einsatz, der sich über mehrere Stunden hinzog, wurden zahlreiche Beamte verletzt, berichtet ein Polizeisprecher. Auch auf der Seite der Feiernden habe es bei dem Einsatz Verletzte gegeben. Nachdem sich die Lage nicht beruhigt habe und die Feiernden die Plätze nicht verließen, entschied sich die Polizei, mehrere Straßen zu räumen.

Massenparty in Augsburg eskaliert: 200 Gegenstände fliegen auf Einsatzkräfte

Während der Räumung flogen über 200 Gegenstände auf die Einsatzkräfte, darunter auch viele Glasflaschen. Ein Rettungswagen wurde ebenfalls von einer Flasche getroffen und beschädigt. Ein Mann, der am Boden fixiert werden sollte, trat einem Beamten mit dem Fuß ins Gesicht. Der Polizist erlitt laut dem Sprecher eine Schwellung am Auge.

Eine weitere Polizistin wurde sexuell belästigt, als sie die Personalien eines Mannes aufnehmen wollte. Außerdem habe es immer wieder Sprechchöre mit Beleidigungen gegen die Beamten gegeben. Eine unbeteiligte junge Frau wurde von einer Flasche getroffen und leicht verletzt. Bei dem Einsatz setzte die Polizei auch Pfefferspray ein. Einige Personen wurden deshalb wegen Augenreizungen behandelt. Mindestens ein Flaschenwerfer wurde vorläufig festgenommen.

Auch in München versammelten sich am Wochenende hunderte Feiernde auf den Straßen und blockierten alles. Die Polizei musste durchgreifen. Übrigens: Die wichtigsten Geschichten aus dem Freistaat gibt‘s jetzt auch in unserem brandneuen, regelmäßigen Bayern-Newsletter. (kof)

Rubriklistenbild: ©  Andreas Herz/dpa

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