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In einer bayerischen Gemeinde läuft ein Pilotprojekt: Das Schulabwasser wird auf Coronaviren untersucht.

„Vor die Lage kommen“

Pilotprojekt: Bayerische Gemeinde testet Schulabwasser auf Coronaviren - und vermeldet ersten Erfolg

  • Katarina Amtmann
    vonKatarina Amtmann
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In Bayern läuft ein Pilotprojekt: Eine Gemeinde testet das Schulabwasser auf Coronaviren - dann soll die Ausbreitung mit Hilfe von Schnelltests und Quarantäne verhindert werden.

Meitingen - In Meitingen (Landkreis Augsburg*) ist ein Pilotprojekt gestartet: Die Marktgemeinde testet das Abwasser der örtlichen Schulen und Kitas auf Coronaviren.* Werden die Rückstände nachgewiesen, dann soll die Ausbreitung des Virus* in den Schulen mit Schnelltests* und Quarantäne verhindert werden. Das berichtet der Bayerische Rundfunk (BR).

Corona-Pilotprojekt nahe Augsburg: Schulabwasser wird untersucht

Für die Abwassertests zieht ein Mitarbeiter der Gemeinde Proben aus den Abwasserschächten. Diese werden dann im Labor untersucht. Ziel sei, zu prüfen, ob so frühzeitig Infektionen festgestellt und eine weitere Ausbreitung verhindert werden können. Am Dienstagabend wurde das Projekt der Öffentlichkeit vorgestellt.

In dem Ort mit circa 12.000 Einwohnern gibt es mehrere große Schulen, viele Kinder und Jugendliche pendeln aus dem Umland ein. Wenn durch die Abwassertests bestimmte Normwerte überschritten werden, könne die Schule reagieren und mit Schnelltests und Quarantänemaßnahmen die weitere Ausbreitung verhindern, wird der Augsburger Landrat Martin Sailer vom BR zitiert. In Meitingen hatte es zuletzt immer wieder hohe Inzidenzwerte* gegeben, nun wolle man „vor die Lage kommen.“

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Pilotprojekt in Bayern: Gemeinde testet Schulabwasser auf Coronavirus - erster Erfolg

Bislang seien solche Abwasseruntersuchungen deutschlandweit nur in größeren Städten üblich. wie Bürgermeister Michael Higl dem BR sagte. Der Vorteil des „Meitinger Wegs“ sei, dass so möglicherweise noch vor einem größeren Ausbruch Maßnahmen ergriffen werden können.

Innerhalb von 5 Wochen sind im aktuellen Pilotprojekt 40 Probenentnahmen vorgesehen, 17 wurden bereits gezogen. Schon zweimal wurden dabei Rückstände des Virus nachgewiesen, in der Schule und in einem Kindergarten. In der Schule gab es dem Bericht zufolge anschließend eine freiwillige Schnelltestaktion - dabei wurde eine infizierte Person ausgemacht, die zu dem Zeitpunkt symptomfrei war.

Corona-Pilotprojekt: Bayerischer Landrat hofft auf Unterstützung durch Gesundheitsministerium

Der Markt Meitingen finanziert die Projektkosten mit rund 10.000 Euro weitgehend selbst, 3000 Euro kommen vom Landkreis dazu. Landrat Sailer hofft, dass auch das bayerische Gesundheitsministerium mit einsteigt und der Test ausgeweitet werden kann. Laut Sailer würden entsprechende Gespräche bereits laufen. Interesse gebe es auch aus der Wirtschaft, wie der BR berichtet: Gleich mehrere Betriebe, so Bürgermeister Higl, hätten sich bereits bei ihm gemeldet. (kam)*Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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