Ein Mann mit Mundschutz tippt auf dem Handy.
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Forscher entwickeln eine Spracherkennungs-App fürs Handy - sie soll eine Corona-Infektion erkennen. (Symbolbild)

„Privatsphäre und Ethik an erster Stelle“

Corona-Infektion an der Sprache erkennen? Forscher arbeiten an App - und stehen vor Hürde

  • Katarina Amtmann
    vonKatarina Amtmann
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Corona-Infektionen an der Sprache erkennen? Augsburger Forscher arbeiten an einer Spracherkennungs-App - doch ihnen steht noch eine Hürde bevor.

  • Seit 2. November befindet sich Deutschland im Lockdown Light - Grund: steigende Corona-Zahlen.
  • Forscher des Universitätsklinikums Augsburg forschen an einer App, sie soll Infizierte an der Sprache erkennen.
  • Vor der Veröffentlichung gibt es noch eine Hürde zu überwinden.
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Augsburg - Noch klingt es kurios: Eine App soll eine Corona*-Infektion erkennen - an der Stimme des Erkrankten. Zumindest wenn es nach Forschern des Universitätsklinikums Augsburg* geht. „Die App könnte in Echtzeit Daten über Bewegungs- und Ausbreitungsmuster von Corona-Infizierten darlegen“, so Björn Schuller, Leiter der Studie* an der Universität Augsburg.

Corona in Bayern: Augsburger arbeiten an Spracherkennungs-App - 80 Prozent Trefferquote

Seit März arbeitet Schuler mit seinem Team an der Spracherkennungs-App. Dafür werteten die Forscher zunächst Daten aus Wuhan (China) aus. Seitdem das Coronavirus* auch Deutschland erreicht hat, sprechen auch Probanden aus Augsburg* einen Text mit vielen Vokalen ein. Die Sprachmuster werden mit Stimm-Mustern von Personen mit und ohne Corona-Infektion* mittels tiefer neuronaler Netze verglichen. „Die Sprache ist hier quasi das neue Blut - wir verwenden es zur Analyse, brauchen es aber auch dringend als Spende, um unsere Systeme für Alle verbessern zu können“, sagte Schuller.

Nach Angaben der Universität Augsburg und des Universitätsklinikums kommt die App auf eine Trefferquote von über 80 Prozent. Man wolle dennoch weitere Daten sammeln. Das Ziel sei, die App auf den öffentlichen Markt zu bringen. „Natürlich steht die Privatsphäre und Ethik dabei stets an erster Stelle.“ 

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Corona-App aus Augsburg: Veröffentlichung? Team stehen noch Hürden bevor

Allerdings gibt es noch Hürden zu überwinden: Pro Land sei nur eine offizielle App bei Anbietern wie Google Play erlaubt, erklärte Schuller. „Somit müssten wir es in der offiziellen App integrieren oder als allgemeinere Gesundheitsanalyse-Applikation bewerben.“ (kam/dpa) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Die offizielle App nutzen bereits 21 Millionen Menschen (Stand 29. Oktober). Gesundheitsminister Jens Spahn bedankte sich bei allen fürs Mitmachen.

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