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Corona in Bayern: Ab einem Inzidenzwert von über 200 greift die 15-Kilometer-Regel (Symbolbild).

Rund 250.000 Menschen betroffen

Peinliche Corona-Panne in Bayern: Ausflugsverbot für Landkreis aufgrund falscher Zahlen verhängt

  • Marion Neumann
    vonMarion Neumann
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Ab einer Inzidenz von über 200 greift die 15-Kilometer-Regel. Die Corona-Verschärfung wurde kürzlich auch für einen weiteren bayerischen Landkreis verhängt - aufgrund einer Panne.

  • Im Landkreis Augsburg wurde kürzlich ein Inzidenzwert von über 200 vermeldet.
  • Deshalb wurde für die rund 250.000 betroffenen Menschen ein Ausflugsverbot aufgrund der 15-Kilometer-Regel erlassen.
  • Letztendlich zeigte sich aber, dass die gemeldeten Zahlen falsch waren.

Augsburg - Im Landkreis Augsburg* sorgte eine falsch erlassene Ausflugssperre aufgrund der 15-Kilometer-Regel für Unmut. Am Sonntag (17. Januar) hatte das Augsburger Landratsamt die scharfe Corona-Regelung wieder aufgehoben, obwohl die erst drei Tage zuvor erlassene Vorschrift eigentlich mindestens für eine Woche hätte in Kraft bleiben müssen.

Zuvor hatte am Donnerstag (14. Januar) das Robert Koch-Institut (RKI) plötzlich bekanntgegeben, dass der Landkreis mit 200,4 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche knapp über der entscheidenden 200er-Marke lag. In solchen Fällen dürfen die Bürger vorläufig Ausflüge nur noch in einem Umkreis von höchstens 15 Kilometern unternehmen. Bereits am Freitag (15. Januar) wurde allerdings klar, dass etwas mit dem Inzidenzwert* im Landkreis Augsburg* nicht stimmen kann und der Wert falsch berechnet war - denn letztlich lag der Kreis nur noch bei einer Inzidenz von rund 150. Dennoch wurde das Ausflugsverbot am Wochenende zunächst beibehalten.

Corona im Landkreis Augsburg: „Zusammenspiel unglücklicher Faktoren“ bei Panne um Ausflugsverbot

Landrat Martin Sailer (CSU) sprach von „dem Zusammenspiel verschiedener unglücklicher Faktoren“ bei dem falschen Wert. Tatsächlich sei der Kreis Augsburg nie wirklich über der Marke von 200 gewesen. Am Sonntagmittag (17. Januar) genehmigte die Regierung von Schwaben schließlich dann die sofortige Aufhebung des Corona*-Verbots.

Kritik an der falsch erlassenen Sperre für rund 250.000 Menschen im Landkreis Augsburg* äußerte nach der Panne der Landtagsabgeordnete Fabian Mehring (Freie Wähler). Die vorzeitige Rücknahme des Verbots, von der Heimatgemeinde mehr als 15 Kilometer entfernte Ausflüge zu machen, sei eine „überfällige Entscheidung“ gewesen, um das Vertrauen in die Politik nicht erodieren zu lassen, teilte Mehring in den Sozialen Medien mit. Er sprach von einer „Pannenserie“ beim Testen, Impfen und Zählen im Zusammenhang mit den Corona-Maßnahmen im Kreis Augsburg.

Coronavirus-Pannen: Probleme in Nürnberg mit Inzidenzen - RKI meldet unvollständige Zahlen

In Nürnberg* hatte es im Übrigen genau das umgekehrte Problem mit den Inzidenzzahlen gegeben. Dort war der Wert am Donnerstag (14. Januar) sprunghaft auf 274 gestiegen, nachdem zuvor vermutlich wegen Softwareproblemen der Inzidenzwert zu niedrig angegeben worden war.

Am darauffolgenden Montag (18. Januar) folgte schließlich eine weitere Fehlermeldung: Offenbar waren vom RKI übermittelte Werte in mehreren Regionen Deutschlands fehlerhaft, beziehungsweise unvollständig. (nema mit dpa) (*Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks)

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