Der zerstörte Dachstuhl des Rathauses in Dillingen am 28.07.2017. Bei einem Großbrand ist am 26.07. das historische Rathaus im schwäbischen Dillingen an der Donau weitgehend ausgebrannt.
+
Das historische Rathaus im schwäbischen Dillingen an der Donau ist 2017 bei einem Großbrand weitgehend ausgebrannt.

Landkreise im Freistaat Bayern

Dillingen an der Donau

Die Donau prägt die Landschaft im Landkreis Dillingen an der Donau. Trotz der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie liegt die Arbeitslosenquote in dieser wirtschaftlich starken Region Anfang des Jahres 2021 nur bei drei Prozent, was Experten als Vollbeschäftigung werten.

  • Dillingen an der Donau ist ein Landkreis im bayerischen Regierungsbezirk Schwaben mit knapp 100.000 Einwohnern.
  • Die Region ist ländlich geprägt und bietet eine hohe Lebensqualität.
  • Gleichzeitig ist Dillingen an der Donau wirtschaftlich gut aufgestellt, neben vielen kleinen und mittelständischen Betrieben haben auch zahlreiche bekannte Großunternehmen hier ihren Sitz.

Dillingen an der Donau – Der Landkreis Dillingen an der Donau besteht aus 27 vorwiegend kleinen Gemeinden. In der gleichnamigen Stadt leben weniger als 20.000 Einwohner. Einheimische und Touristen profitieren von einem beschaulichen und grünen Umfeld sowie von vielen abwechslungsreichen Kultur- und Freizeitangeboten. Im Kreis bilden die Städte Dillingen an der Donau und die Nachbarstadt Lauingen, die etwa 10.000 Einwohner hat, ein Oberzentrum, in dem die Bürger eine komplette Infrastruktur mit allen Behörden und Einrichtungen sowie zahlreiche Einkaufsgelegenheiten finden. Das „Schwäbische Donautal“ ist nach der Lüneburger Heide der zweitgrößte Naturraum ohne Bebauung und lädt zu Ausflügen und Radtouren ein.

Dillingen an der Donau – der Landkreis und seine frühe Geschichte

Im zehnten Jahrhundert ließen sich die späteren Grafen von Dillingen im Donautal nieder, sie kamen aus dem wenige Kilometer weiter nördlich gelegenen Wittislingen, einer Gemeinde des heutigen Landkreises. Ihre Burg wurde zum Zentrum der Stadt Dillingen an der Donau. Mit dem Aussterben des Adelsgeschlechts derer von Dillingen ging das Gebiet an das Herzogtum Bayern. Durch verschiedene Umstände fielen auch Gundelfingen an der Donau, Höchstädt an der Donau und Lauingen an die Region. So bildete sich die Basis für den nun bekannten Landkreis Dillingen an der Donau.

Im Jahr 1804 entstand mit der Auflösung der Klöster das Landgericht Dillingen. Gemeinsam mit dem ein Jahr früher errichteten Landgericht Höchstädt an der Donau fiel es 1808 an den Oberdonaukreis. Zusammen mit dem 1809 eingerichteten Landgericht Lauingen gingen alle diese Einrichtungen im Jahr 1838 an den neu gebildeten Regierungsbezirk Schwaben. Weitere Veränderungen gab es ab 1862 durch die Trennung von Verwaltung und Gerichten, die zu immer neuen Zuordnungen führte.

Als im Deutschen Reich 1939 die Landkreise eingeführt wurden, entstanden die Landkreise Dillingen an der Donau und Wertingen.

Landkreis Dillingen an der Donau – die Entstehung der modernen Verwaltungseinheit

Der heutige Landkreis Dillingen an der Donau ist eine Folge der bayerischen Gebietsreformen. Seine Geschichte begann am 01. Juli 1972. Um den modernen Kreis zu bilden, traten folgende Veränderungen in Kraft:

  • Die kreisfreie Stadt Dillingen an der Donau und der gleichnamige Altkreis verschmolzen zu einer Einheit.
  • Der Landkreis Wertigen wurde aufgelöst, die westliche Hälfte fiel an den neuen Kreis Dillingen an der Donau, die Osthälfte an den Landkreis Augsburg.
  • Die Gemeinde Tapfheim übernahm der Landkreis Donau-Ries.

Da die Stadt Dillingen an der Donau durch die Reformen ihre Kreisfreiheit verloren hat, erhielt sie den Status einer „Großen Kreisstadt“ als Ausgleich. Bei seiner Gründung bestand der Kreis noch aus 78 Gemeinden. Im Zuge der Gemeindegebietsreform aus dem Jahr 1978 wurden Gemeinden zusammengelegt oder zu Verwaltungsgemeinschaften geformt. Daher ist der Landkreis Dillingen an der Donau heute folgendermaßen gegliedert:

  • Insgesamt 27 Städte, Gemeinden und Märkte
  • Vier davon als Einheitsgemeinden organisiert, der Rest als Teil von sechs Verwaltungsgemeinschaften

Dillingen an der Donau – die Lage

Der Landkreis Dillingen an der Donau liegt im Nordwesten des Freistaats Bayern im Regierungsbezirk Schwaben und umschließt die gleichnamige Stadt. Von Südwesten nach Nordosten durchzieht die Donau das Gebiet auf einer Länge von insgesamt 27 Kilometern. Durch die Lage am Fluss entstand eine Auenlandschaft mit typischen Wäldern, die heute unter Naturschutz steht. Dazu wurden in dieser Region zahlreiche Baggerseen angelegt. Das Gebiet südlich des Flusses trägt die Bezeichnung Donauried. Dieser Teil des Landkreises wurde in früheren Jahrhunderten regelmäßig überflutet. Seit der Begradigung der Donau im 19. Jahrhundert dient das Donauried als Weide- und Grünland, an dessen Rändern Landwirte fruchtbares Ackerland zur Verfügung steht.

Noch weiter im Süden des Kreisgebietes liegt das Hügelland des Zusamtales, das Teil des Naturparks Augsburg-Westliche Wälder ist. Die Zusam ist ein kleiner Nebenfluss auf der rechten Seite der Donau, der südlich von Donauwörth in diese mündet. Linksseitig der Donau erstrecken sich die Ausläufer der Schwäbischen Alb und deren Vorland aus dem Norden in den Landkreis Dillingen an der Donau.

Der Landkreis grenzt an die folgenden Nachbarkreise:

  • Donau-Ries (Bayern)
  • Augsburg (Bayern)
  • Günzburg (Bayern)
  • Heidenheim (Baden-Württemberg)

Dillingen an der Donau – die Wirtschaft im Landkreis

Obwohl die Wirtschaft der Stadt und des Landkreises stark aufgestellt ist und viele bekannte Unternehmen hier ihren Sitz haben beziehungsweise bedeutende Niederlassungen unterhalten, bescheinigt der Zukunftsatlas 2016 der Region lediglich einen „ausgeglichenen Chancen-Risiko-Mix für die Zukunft“. Damit rangiert Dillingen an der Donau auf Platz 190 von 402 Landkreisen, Kommunalverbänden und kreisfreien Städten nur im Mittelfeld. Das heißt, dass sich Chancen und Risiken noch die Waage halten, allerdings nicht abzusehen ist, ob die nächsten Jahre für die Wirtschaft besser oder schlechter werden. So punktet der Landkreis zwar mit niedrigen Arbeitslosenzahlen, da aber die Bevölkerungszahl in den letzten 15 Jahren nahezu stagniert, haben es Unternehmen schwer, neue Mitarbeiter zu finden. Expansionen und Neugründungen werden damit erschwert. Vor Corona betrug die Arbeitslosenquote nur 1,6 Prozent (2018), selbst während der Pandemie herrscht mit drei Prozent Vollbeschäftigung.

Zu den bedeutenden Unternehmen im Landkreis Dillingen an der Donau gehören:

  • BSH-Hausgeräte (100%-ige Tochter der Bosch-Gruppe, Standort der Geschirrspüler-Produktion der Marken Bosch, Siemens, Neff, Gaggenau)
  • Creaton (Deutschlands größter Hersteller von Tondachziegeln)
  • Deutsch-Fahr (Landmaschinenproduktion)
  • Molkerei Gropper

Dillingen an der Donau – die Sehenswürdigkeiten im Landkreis

Als größte Stadt im Landkreis hat Dillingen an der Donau zahlreiche Sehenswürdigkeiten zu bieten. Die Altstadt gehört zu den schönsten Innenstädten in Süddeutschland und lädt mit vielen kleinen Cafés, Eisdielen und Geschäften zum Erkunden und Verweilen ein. Dabei kommen die Besucher automatisch an den bekanntesten Sehenswürdigkeiten vorbei. Dazu gehören:

  • das Stadt- und Hochstiftmuseum
  • die Königstraße mit einem Ensemble aus Fassaden des 17. Und 18. Jahrhunderts
  • das „alte“ und das „neue“ Rathaus mit Renaissance-Giebel
  • der Mitteltorturm, ein erhaltenes Stadttor
  • das Schloss mit ältesten Teilen aus der Stauferzeit, heute Sitz des Finanzamtes
  • das Marientor am Schlosseingang
  • der Schlossgarten aus dem 16. Jahrhundert
  • die ehemalige Jesuitenuniversität mit „Goldenem Saal“
  • eine Natur-Kneippanlage mit Gedenkstein
  • zahlreiche Kirchen und Kapellen

Die Region rund um die Kreisstadt Dillingen an der Donau ist ideal zum Radwandern und Mountainbiken. An der Donaubrücke bei Offingen entdecken Radfahren auf der Strecke zwischen Günzburg und Gundelfingen eine der wenigen „Radler-Tankstellen“ in Deutschland. In Wertigen wartet das Schwäbische Ofenmuseum auf einen Besuch und die pittoreske Altstadt ist ebenso einen Rundgang wert. Entspannung und Erfrischung finden Einheimische und Gäste in der örtlichen Kneipp-Anlage.

Dillingen an der Donau – Politik im Landkreis

Die letzten Kommunalwahlen im Landkreis Dillingen an der Donau fanden im Jahr 2020 statt, die Wahlbeteiligung lag bei 58,5 Prozent. Auf die Politik haben diese Parteien entsprechend des Wahlergebnisses den meisten Einfluss:

  • CSU: 32 % und 19 Sitze im Landrat
  • Freie Wähler: 17,9 % und 11 Sitze
  • Grüne: 11 % und 7 Sitze
  • SPD: 9,8 % und 6 Sitze
  • Zukunft: 7,4 % und 4 Sitze
  • AfD: 5,5 % und 3 Sitze
  • Junge Union: 5 % und 3 Sitze
  • Bürgerliste 4,5 % und 3 Sitze
  • FDP: 3,7 % und 2 Sitze
  • Die Republikaner: 2,2 % und 1 Sitz
  • Die Linke: 1 % und 1 Sitz

Der amtierende Landrat ist Leo Schrell. Dieser hat seine dritte Amtszeit im Jahr 2016 begonnen und muss sich daher erst 2022 erneut der Wahl stellen. Leo Schrell war ursprünglich Mitglied der CSU, aber nach einer innerparteilichen Niederlage ging er zu den Freien Wählern über. Den Oberbürgermeister der Stadt Dillingen an der Donau stellt die CSU (Frank Kunz).

Auch interessant

Kommentare