Die krebskranke Tochter muss dreimal die Woche zur Behandlung ins Kinderspital.
+
Die krebskranke Tochter muss dreimal die Woche zur Behandlung ins Kinderspital. (Symbolfoto)

Um mehr Zeit mit ihrem kranken Kind zu verbringen

Vierjährige Tochter hat Krebs - Arbeitskollegen schenken Mutter viereinhalb Jahre Urlaub

  • vonTanja Kipke
    schließen

Eine Horror-Nachricht: Die vierjährige Tochter hat Krebs. Um die Mutter zu unterstützen, kamen ihre Arbeitskollegen auf eine außergewöhnliche Idee.

Landsberg/Egling an der Paar - Im November 2020 bekam Familie Berlit aus Egling an der Paar (Landsberg am Lech*) eine schreckliche Nachricht. Die vierjährige Tochter Fiona hat lymphatische Leukämie. Die Mutter der Kleinen, Daniela Berlit, wollte in der schweren Zeit für ihre Tochter da sein. Da sie es sich allerdings nicht leisten konnte, nicht zu arbeiten, hatten ihre Arbeitskollegen eine unglaubliche Idee. Sie schenkten ihrer Kollegin viereinhalb Jahre Urlaub und Überstunden, damit die Mutter bei ihrer Tochter sein kann.

Rührende Geste von Arbeitskollegen: Mutter bekommt 4,5 Jahre Urlaub geschenkt

Angefangen hatte alles mit sehr hohem Fieber, berichtet Daniela Berlit der Augsburger Allgemeinen. Die Eltern der Vierjährigen dachten sich zunächst nichts dabei. „Ein kleines Kind ist immer mal krank. Doch auch nach mehreren Tagen ging das hohe Fieber nicht weg. Wir sind immer wieder zu unserem Kinderarzt und der hat dann entschieden, ein großes Blutbild zu machen“, so die Mutter. Schnell war klar, das etwas nicht stimmte. Die Biopsie im Kinderspital ergab schließlich die schreckliche Diagnose: Blutkrebs.

„Das war ein Schock und ich wollte für meine Tochter da sein, aber finanziell wäre es sehr eng geworden, wenn ich nicht mehr arbeiten kann“, erinnert sich Daniela. Sie arbeitet in einer Filiale des Dänischen Bettenlagers in Königsbrunn bei Augsburg*. Als ihre Kollegen von der Krankheit der Tochter erfuhren, hatten sie eine unglaubliche Idee. Sie fingen an Überstunden und Urlaubstage zu sammeln, um sie der verzweifelten Mutter zu schenken. Die Kollegen organisierten eine Facebook-Gruppe mit über 4000 Mitarbeitern des Bettenlagers aus ganz Deutschland, die alle Überstunden und Urlaubstage beisteuerten.

Zusammengekommen sind insgesamt vier Jahre und sechs Monate. „Ich bin meinen Kollegen, von denen mich die meisten gar nicht kennen, sehr dankbar für die großartige Unterstützung“, sagt Daniele der Augsburger Allgemeinen. Auch ihr Arbeitgeber beteiligt sich an der Aktion und unterstützt die Familie mit 3000 Euro.

Tochter Fiona muss dreimal wöchentlich in die Klinik - „Heilungschancen bei 90 Prozent“

Zehn „Chemo-Blöcke“ habe Fiona schon hinter sich, nächste Woche beginne der drittletzte Block, verrät Daniela der Zeitung. „Diese noch ausstehenden sollen nicht ganz so heftig sein, wie die bisherigen, hat man uns gesagt.“ Bis zu dreimal die Woche, müssen Mutter und Tochter allerdings nach wie vor ins Kinderspital zur Behandlung. „Dadurch, dass die Leukämie in einem sehr frühen Stadium erkannt wurde, liegen die Heilungschancen bei 90 Prozent und es sieht gut aus, dass der Krebs nicht wiederkommt“, sagt die Mutter.

Sie wolle im November, wenn es gut läuft, wieder zur Arbeit gehen. Für die dreieinhalb Jahre Urlaub, die dann noch übrig sind, plant das Unternehmen etwas Besonderes: „Es wurde ein Zeitfonds eingerichtet, mit dem Mitarbeitern geholfen werden kann, die in vergleichbare Situationen kommen.“ (tkip) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Übrigens: Die wichtigsten Geschichten aus dem Freistaat gibt‘s jetzt auch in unserem brandneuen, regelmäßigen Bayern-Newsletter.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare