Auf einem Pärchenbild ist Gabriele Wieser mit ihrem Ehemann zu sehen.
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Getrennt durch die Grenze: Aufgrund der aktuellen Vorschriften sind Treffen am Wochenende für Gabriele Wieser und ihren Ehemann nahezu unmöglich geworden.

„Ist eine Ehe nichts wert?“

Durch Corona-Grenzschließung getrennt: Ehefrau wendet sich verzweifelt an Markus Söder

  • Marion Neumann
    vonMarion Neumann
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Von Tirol nach Augsburg zu pendeln, ist durch die Corona-Maßnahmen nahezu unmöglich geworden. Für ein Ehepaar wird das zur Geduldsprobe - es hofft auf Hilfe von Markus Söder.

Augsburg - Geschlossene Geschäfte, Maskenpflicht und Kontaktbeschränkungen: Die Corona-Pandemie* ist mit zahlreichen Einschränkungen verbunden. Doch während der Großteil der Menschen in Bayern zumindest Kontakt zu den engsten Familienmitgliedern pflegen kann, ist für Gabriele Wieser aus Aichach bei Augsburg* nicht einmal das möglich.

Die 58-Jährige und ihr 64 Jahre alter Ehemann aus Tirol führen eine Fernbeziehung. Das Pendeln über die Landesgrenze gehörte für das Paar am Wochenende dazu. Zumindest so lange, bis Corona* kam.

Ehepaar durch Corona-Grenzschließungen getrennt: Frau schickt offenen Brief an Markus Söder

Denn durch die Grenzschließungen sind Besuche nun nicht mehr ohne Weiteres möglich. Wie schwierig ihre Situation dadurch geworden ist, macht Gabriele Wieser in einem offenen Brief deutlich, denn sie nicht nur an die Merkur.de*-Redaktion, sondern auch an den Ministerpräsidenten Markus Söder geschickt hat.

„Seit dem 14. Februar 2021 können wir uns leider nicht mehr so wie bisher am Wochenende besuchen“, heißt es in dem Schreiben an die bayerische Regierung. Und weiter: „Als Tiroler darf er (der Ehemann, Anmerkung der Redaktion) nicht mehr über die Grenze. Und wenn ich am Freitag zu ihm fahren will, brauche ich einen negativen Test und muss dann in Österreich in Quarantäne gehen. Wenn ich dann am Sonntagabend zurückfahre, brauche ich wiederum einen negativen Test für Deutschland und müsste dort wieder in Quarantäne. Was aber nicht geht, weil ich berufstätig bin.“

Grenze zu Bayern ist geschlossen: „Unerträgliche Bestimmungen“ für Ehepaar

So sei das Paar zwar verheiratet. Treffen seien allerdings durch die „unerträglichen gegenwärtigen Bestimmungen“ nicht mehr möglich. „Bisher waren Paare mit einer Fernbeziehung immer von den Bestimmungen ausgenommen. Nun trifft uns Ihr Beschluss hart, weil unser ohnehin schon eingeschränktes Zusammenleben gar nicht mehr möglich ist“, wendet sich Wieser direkt an den Ministerpräsidenten. Doch bislang ohne Erfolg.

„Ihre Pressestelle hat uns am 15. Februar 2021 geschrieben, dass Sie unsere Bitte verstehen und unseren Hinweis in Ihre künftigen Überlegungen miteinbeziehen würden. Leider ist das nicht geschehen. Stattdessen haben Sie die Sperre für Tiroler bis zum 17. März 2021 verlängert“, heißt es in dem Brief weiter. Inzwischen sind die Vorschriften sogar bis zum 28. März verlängert worden. Auch die Möglichkeit zum „Freitesten“ nach fünf Tagen gibt es laut Wieser nicht mehr. Einzuhalten sind 14 Tage Quarantäne - ohne Ausnahme.

Im Video: Strenge Einreisebeschränkungen an Tiroler Grenze

Wegen Grenzschließungen: Ehefrau enttäuscht von Regelungen - „Setzen Sie sich endlich für uns ein“

Wie die 58-Jährige im Gespräch mit Merkur.de* erklärt, wäre sie mittlerweile schon froh über „irgendeine Reaktion“ auf ihr Schreiben. „Was ist denn eigentlich systemrelevant? Ist eine Ehe nichts wert?“, fragt sie. Als „überzeugte Europäerin“ sei sie enttäuscht über die Grenzschließung. „Herr Söder, bitte setzen Sie sich endlich für uns ein, damit die Diskriminierung von Bürgerinnen und Bürgern, die eine/n Partner/in jenseits der bayrischen Grenze haben, raschest beendet wird“, endet ihr Brief. Auf eine Antwort wartet die 58-Jährige weiterhin. (nema) (*Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA)

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